1865 ist der Sezessionskrieg in den USA beinahe vorbei. Die beiden Soldaten Moses und Henry haben genug von den unzähligen Entbehrungen und setzen sich von ihrem Heer ab. Von der Kriegserfahrung völlig verroht rauben, plündern und morden sie sich durch das Land. Auch Augusta und Louise führen ein entbehrungsreiches Leben. Die beiden Schwestern halten zusammen mit Mad , der ehemaligen Sklavin der Familie, die Stellung auf dem abgelegenen Hof ihres Vaters, der in den Krieg gezogen ist. Auf der Suche nach Nahrung wagt Augusta sich in die Stadt, wo Henry und Moses auf sie aufmerksam werden. Sie verfolgen die junge Frau zum Hof zurück und wähnen sich in der überlegenen Position. Sie haben nicht mit dem erbitterten Widerstand der Frauen gerechnet. «The Keeping Room» ist der zweite Langspielfilm des britischen Werbefilmers Daniel Barber. Ein Kritiker der Independentfilm-Webseite «Indiewire» nannte Barbers Film einen «feministischen Western mit Biss». Tatsächlich steht hier eine starke Frau im Zentrum, die um ihr Leben und ihre Würde kämpft. Barbers Inszenierung beharrt aber keinesfalls auf einer simplen Gegenüberstellung von der guten Frau und dem bösen Soldaten. Die Begegnung zwischen Augusta und Moses ist zwar ein erbitterter Kampf, gleichzeitig aber nahe an einem Liebesspiel. Die Hauptrolle seines Neowestern wollte Barber zunächst mit Olivia Wilde besetzen, die aber ausfiel. Für Wilde sprang Brit Marling ein, eindeutig ein mehr als würdiger Ersatz. Marling spielt Augusta als schillernde Figur, als eine Mischung aus gnadenloser Kämpferin und liebesbedürftiger Heranwachsender. Marling ist in Independent-Kreisen längst ein Star, den Sprung in die Topliga der Hollywoodschauspielerinnen ist ihr aber bisher noch nicht gelungen - falls sie zu diesem überhaupt je ansetzte, denn Marling fiel in der US-Filmszene vor allem dadurch auf, dass sie lieber ihre eigenen Rollen schrieb als für sie vorgefertigte zu übernehmen. An Marlings Seite überzeugt auch Hailee Steinfeld, die vor sieben Jahren in «True Grit» der Coen-Brüder ihr Spielfilmdebüt gab. Muna Otaru und Kyle Soller waren bis anhin vor allem in Nebenrollen diverser Serien zu sehen. Sam Worthington schliesslich ist durch seine Rolle in «Avatar» bekannt, von dem es in den nächsten Jahren gleich mehrere Sequels geben soll.