Ob sie wusste, dass ihr Bruder an der bestialischen Ermordung ihres Sohnes Ramli vor 50 Jahren beteiligt war, fragt Adi seine Mutter. Sie schaut ihn ungläubig an. Sie hat Angst um Adi, denn der unternimmt das Unglaubliche und befragt die Mörder seines Bruders, die 1965/1966 am Genozid in Indonesien beteiligt waren. Wie wurde Ramli getötet? Was ist damals wirklich geschehen? Die Mörder haben immer noch das Sagen und wohnen mit den Überlebenden, den Familien der Opfer in direkter Nachbarschaft. Die Stille, die seit 50 Jahren über die Gräueltaten herrscht, ist nur eine scheinbare. Wie der oscarnominierte Vorgängerfilm "The Act of Killing" im Jahr 2012 zeigte, rühmen sich die Killer auch heute noch lautstark ihrer Taten. Aber Adi hofft darauf, dass einige von ihnen bereuen, was sie damals getan haben. Diese menschliche Regung würde es ihm ermöglichen, den Tätern zu verzeihen und mit seinen zwei Kindern in die Zukunft zu schauen. Adi scheint furchtlos zu sein, doch das Filmteam um Regisseur Joshua Oppenheimer hat strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Man ist auf das Schlimmste vorbereitet, falls einer der mächtigen Männer die Drohungen wahr machen sollte, die vor laufender Kamera mal direkt, mal indirekt ausgesprochen werden.