Dezember 1999: In der Landeszentralbank Aachen hat ein Geiselnehmer drei Menschen in seiner Gewalt und droht, sie zu erschießen, wenn ihm die Polizei nicht freies Geleit gibt. Seine Beute: rund zwei Millionen Mark. Der Verbrecher ist mit Handgranaten und Pistolen bewaffnet und offenbar zu allem bereit. Doch die Polizei will unter allen Umständen verhindern, dass der Geiselnehmer die Bank verlässt. Das Geldinstitut befindet sich genau gegenüber des Aachener Hauptbahnhofes, und nur wenige Hundert Meter weiter vergnügen sich Tausende auf dem Weihnachtsmarkt. Zu frisch sind die Erinnerungen an das Gladbecker Geiseldrama, als 1988 zwei Schwerverbrecher bei ihrer Flucht zwei Menschen erschossen. Der Einsatzleiter der Polizei, damals selbst in Gladbeck in verantwortlicher Position, entscheidet mit seinen Kollegen: Eine Flucht des Geiselnehmers wird mit allen Mitteln verhindert. Notfalls mit Gewalt. Doch zunächst versuchen sie, ihn mit Verhandlungen mürbe zu machen. Der Verbrecher bleibt hartnäckig, lässt sich von den Verhandlungsexperten nicht zur Aufgabe überreden, schießt sogar auf eine Geisel und verletzt sie schwer. Ein 50-stündiger Nervenkrieg beginnt. Es ist bis heute eine der längsten stationären Geiselnahmen mit dem größten Polizeiaufgebot in der Geschichte der Bundesrepublik. Am dritten Tag fasst die Polizei einen Entschluss: Zum Schein geht sie auf die Forderung des Geiselnehmers ein, die Landeszentralbank mit dem Geld und einer Geisel verlassen zu dürfen. Der Plan: Ein Präzisionsschütze soll den Verbrecher mit dem finalen Rettungsschuss töten, wenn er nicht doch noch aufgibt. Den Tod der Geisel an seiner Seite nehmen sie dabei in Kauf. Der Filmemacher Uli Weidenbach konnte mit den wesentlichen Beteiligten von damals sprechen: Beamten der Einsatzleitung, Verhandlungsführern, dem Präzisionsschützen, der den finalen Rettungsschuss abgegeben hat, sowie der Hauptgeisel und seiner Ehefrau, die nicht wusste, ob sie ihren Mann lebend wiedersehen würde. Zusammen mit Original-Bild- und Tonaufnahmen der Polizei gelang es ihm, das spektakuläre Geiseldrama von Aachen minutiös zu rekonstruieren. Es ist ein Film, der einen unmittelbaren Einblick in die sensible Arbeit der Polizei gibt, aber auch deutlich macht, welcher fast unmenschlichen Belastung die Geiseln und die Beamten ausgesetzt waren.