Die meisten Menschen, die von einem Haus träumen, bauen nur einmal im Leben. Für ihr Traumhaus brauchen sie kreative Architekten, Handwerker*innen, die ihre Aufgabe lieben, und Freund*innen, die mitanpacken, damit aus dem Traumhaus kein Albtraum wird. Vor 150 Jahren wurde im kleinen Dorf Nusse in Schleswig-Holstein direkt an einem See ein Haus für einen Apotheker gebaut. Mit Verkaufs- und Lagerräumen, Platz für Salben, Arzneien und Hunderte Tinkturen. Außerdem auch mit viel Wohnraum für die Familie des Apothekers. Der unbekannte Architekt von damals wollte offenbar, dass die Apotheke mehr darstellte als die Bauernhäuser in der Nachbarschaft: Es entstand ein repräsentatives Bürgerhaus in Backstein mit riesigen Fenstern, Wandmalereien und eleganter Innenausstattung. Kein Wunder, dass die Alte Apotheke 2017 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Von dem einstigen Glanz war da nicht mehr viel übrig: Das Haus war in ruinösem Zustand. Die Rettung für die Alte Apotheke ist ein junges Paar aus Hamburg. Sie wollen rausziehen aufs Land, vergucken sich in die Alte Apotheke und die traumhafte Lage am See. Sie ahnen nicht, dass es mehr als zwei Jahre dauern wird, bis sie endlich einziehen können. Denn die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses stellt die Bauherren immer wieder vor neue Probleme: tragende Balken unter Fußböden und hinter Wänden sind morsch, das Mauerwerk ist marode. Noch dazu ist die Fassade der Seeseite mit Asbestschindeln verkleidet. Kompetente und bezahlbare Handwerker*innen zu finden, ist nahezu unmöglich. Denn es ist Bauboom und niemand hat Zeit. Derweil explodieren die Kosten und irgendwann geht das Geld aus. Einen weiteren Kredit wollen die Banken dem Paar trotz guter Jobs nicht gewähren. Zu diesem Zeitpunkt ist die Alte Apotheke aber erst halbfertig saniert. Nur Dank der Hilfe von Eltern, Freund*innen und unermüdlichem, eigenem Arbeitseinsatz gelingt am Ende doch noch der Einzug in das Traumhaus am See.