Als das Haus gebaut wurde, war es eine kleine Sensation: schwarze Fassade, schwarzes Dach, mit vielen ungewöhnlichen Extras wie den nach außen aufschlagenden Aluminiumfenstern. "Wird uns das auch in zehn Jahren noch gefallen?", fragten sich die Bauherren damals. "Wie ein Festtagsgewand - schwarz, elegant und alles andere als alltäglich", so beschreibt Architekt Christian Schulz die außergewöhnliche Fassadenverkleidung des Einfamilienhauses in Helmstadt bei Würzburg, das er für eine junge Familie entworfen hat. In der Tat sticht die dunkle Hülle aus Faserzementplatten mit den bündig eingefassten hellen Fensterrahmen aus Aluminium sofort ins Auge. Auch die klare Form des Hauses ohne Dachüberstände, Balkone oder Erker zieht die Blicke auf sich. Da auch das Dach mit dunklen Ziegeln gedeckt ist, wirkt der Baukörper sehr einheitlich. In spannungsreichem Kontrast dazu steht der Anbau aus hellem Lärchenholz, in dem das Büro des Bauherrn, einem Schlossermeister, untergebracht ist. Das Bauprojekt war für die junge Familie aus Helmstadt nur möglich, weil sie das Grundstück am Ortsrand geerbt und sehr viel Eigenarbeit geleistet hat. Vater, Brüder, Freunde, Bekannte - alle halfen in zahllosen Arbeitsstunden mit. Auch zehn Jahre später sind die Bauherren immer noch der Meinung: Alle Mühe hat sich gelohnt. "Anfangs war ich mir nicht sicher, ob die Fassade nicht zu düster und abweisend wirken würde", sagt die Bauherrin, "doch heute finden wir das Haus immer noch klasse." Was hat sich geändert im Leben der Familie? Was würden sie heute gestalterisch anders machen? Wird das Haus ihren Bedürfnissen auch noch im Alter entsprechen? Das Filmteam von "Traumhäuser wiederbesucht" hat nachgefragt.