Traumstädte

Natur+Reisen, Stadtbild
Traumstädte

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2014
3sat
Mi., 11.07.
13:20 - 14:20
Rom


Der Bischof von Rom, Papst Franziskus, verlässt den Vatikan gern, um Menschen zu treffen. "Dass er nachts rausgeht und Bettler trifft, das sind Hirngespinste", widerspricht Georg Gänswein. Für den Kurienerzbischof und Präfekt des päpstlichen Haushaltes ist das eine Anekdote. Doch es stimmt, der Papst legt auch in Rom Wert auf Begegnungen. "Immer mit Personen, die krank sind, mit Personen, denen es schlecht geht und auch mit Flüchtlingen." Ute Brucker konnte mit Georg Gänswein in der prachtvollen Sala St. Ambrogio im Vatikan über seinen geteilten Tagesablauf sprechen, über sein Leben mit dem ehemaligen Papst Benedikt und seine Arbeit für Papst Franziskus. Die "ewige Stadt", diesen Ehrentitel trägt Rom schon seit der Antike. Jahrhundertelang war sie so etwas wie das deutsche Unterbewusstsein: im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation, im Klassizismus, in der Italiensehnsucht, sogar in der Toskana-Fraktion. Und keine andere Stadt ist so fest im kollektiven Bildgedächtnis verankert wie Rom seit den ersten Geschichts-und Lateinstunden. Später hat das Kino Rom neben New York zur Welthauptstadt der Déjà-Vus gemacht: Audrey Hepburn auf der Vespa am Kolosseum, Anita Ekberg und Marcello Mastroianni im Trevi-Brunnen, die Magnani hinterm Obststand. Auch Ute Brucker macht Rom-Sightseeing auf einer Vespa und landet auf ihrer Tour in der edlen Café-Bar "Tazza d'Oro", in einer alten Nudelfabrik mit jungen Lampendesignern, beim klassischen Herrenschneider und mitten in einem typisch römischen Alltag. Die Spuren der großen Vergangenheit findet sie in der Unterwelt Roms, wo fleißige Archäologen die Schätze retten, die Spuren der Gegenwart bei den Straßenkehrern in der Nacht und bei einer Bürgerorganisation, die überall in der Stadt gegen Missstände kämpft. Auch das Kolosseum kann nur erhalten werden, weil sich ein Privatmann darum kümmert: Diego de la Valle, Chef der berühmten Schuhfirma "Tod's", wurde zum Mäzen, weil er seit seiner Kindheit zutiefst beeindruckt ist. "Schon als Kind kam ich mit der Schule hierher in dieses riesige, grandiose, wunderschöne Ding", erzählt er. "Wenn man selbst größer wird, scheinen die Dinge ja oft kleiner zu werden - aber das Kolosseum ist für mich immer gleich geblieben."


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