Fünf Frauen und zwei Männer zwischen 64 und 74 wollen ihre Angst überwinden und endlich schwimmen lernen. Wenn sie mutig, zaudernd oder auch mal abwehrend in ihrer Badekleidung am Beckenrand Aufstellung nehmen oder sich mit gymnastischen Übungen auf das Wasser vorbereiten: Die Schülerinnen und Schüler zeigen viel von sich und ihrer Verletzlichkeit. Die Kamera fängt das mit sicherem Gespür und in herzwärmenden Bildern ein. In ihrem Dokumentarfilm erzählt Susanne Kim über das Schwimmen, das Leben und das Alter, die Angst vorm Tod und den Willen nach Leben. Immer wieder lassen Bilder und Gespräche philosophische Dimensionen aufscheinen. Die ohnehin schon eigene Ästhetik der Schwimmhalle wird mit poetischen Bildern und Tableaus ergänzt, die im Umgang mit Raum, Landschaft und Wasser eine geradezu surreale Kraft entfalten und lange im Gedächtnis bleiben. Angeleitet von der Choreographin Heike Hennig haben drei der Protagonistinnen Sequenzen erarbeitet, in denen sie tänzerisch ausdrücken, welche starken Dynamiken das Schwimmen in ihrem Inneren freisetzt. Wenn sie ihr jüngeres Ich treffen, in einem leeren Bassin oder auf dem Dach eines Hauses tanzen, spürt der Zuschauer mit ihnen den Druck des Wassers, die Panik vor ausgehender Luft, die Suche nach der Wasseroberfläche und das Glück des Loslassens, die Harmonie des Schwimmens und den Einklang zwischen dem Wasser und dem eigenen Atem. Man spürt: "Schwimmen lernen heißt Leben lernen."