Eine junge schwedische Familie macht Skiurlaub in den französischen Alpen. Die Pisten sind perfekt, das Wetter gut, einem entspannten Urlaub scheint nichts im Wege zu stehen. Einzig Tomas schafft es nie ganz abzuschalten, selbst beim gemeinsamen Mittagschlaf ist sein Handy nicht weit, wofür Ebba wenig Verständnis zeigt. Dann, beim Mittagessen auf einer Terrasse vor der beeindruckenden Bergkulisse, geschieht die Katastrophe: Eine Lawine, ausgelöst durch eine Detonation, rast den gegenüberliegenden Berg hinunter. Tomas beschwichtigt noch, es ist ja schliesslich ein kontrollierter Abgang. Die Touristen zücken ihre Kameras. Doch als die Lawine immer weiter auf das Restaurant zurast, schlägt die Stimmung um, Panik macht sich breit. Und während Ebba sich schützend vor die beiden Kinder wirft, packt Tomas sein Handy und flüchtet. Alle bleiben unversehrt, doch ist nach diesem Erlebnis nichts mehr, wie es vorher war. Die elfjährige Vera und der achtjährige Harry reagieren heftig, und Ebba ist gereizt. Am Abend beim Gespräch mit Bekannten wird klar, dass Tomas die Situation ganz anders wahrgenommen hat als sie. Ihrer Meinung nach hat er die Kinder im Stich gelassen. Er streitet das ab. Sie versuchen, sich auf eine gemeinsame Erzählart zu einigen. Doch als Tomas alter Freund Mats und dessen neue Freundin Fanni im Hotel auftauchen, erzählt Ebba vom Erlebten aus ihrer Sicht, ganz sachlich, ohne ihn anzugreifen. Danach herrscht betretenes Schweigen. Mats versucht zu vermitteln. Doch eine Ehekrise scheint unausweichlich. Nicht nur Ebba ist enttäuscht von ihm, auch Tomas kämpft mit seiner mangelnden Courage und seiner angeschlagenen Männlichkeit, kann dies jedoch nicht zugeben. Der schwedische Regisseur und Drehbuchautor Ruben Östlund ist seit Jahren einer der Lieblinge der internationalen Festivalszene. Bereits seine Kurzfilme «Autobiographical Scene Number 6882» und «Zwischenfall vor einer Bank», die beide am Schweizer Fernsehen zu sehen waren, gewannen diverse Preise. In «Turist» sezierte er das männliche Rollenbild in der heutigen Gesellschaft und thematisiert Verlogenheit und Selbstbezogenheit. Themen, die ihn auch in seinem neuesten Werk «The Square» weiterbeschäftigten, das 2018 für den Oscar und den Golden Globe nominiert war.