Die UN-Menschenrechtserklärung wurde von den Vereinten Nationen vor 70 Jahren abgegeben. Anlässlich ihres Jahrestages untersuchen Angela Andersen und Claus Kleber, ob die "Würde des Menschen" wirklich unantastbar sei.

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündete am 10. Dezember 1948 in Paris ihre unverbindlichen Empfehlungen zu den allgemeinen Grundsätzen der Menschenrechte. Eine der wichtigsten Formulierungen: "Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren." Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges (1939 – 1945) gilt sie bis heute als eine der tragenden Säulen, auf denen eine weltweite Zivilisation stehen soll. Doch ist dem wirklich so? Die Autoren Angela Andersen und der "heute journal"-Moderator Claus Kleber haben es sich zur Aufgabe gemacht, genau dies zu überprüfen. In der ARTE-Dokumentation untersuchen sie den Ist-Zustand der Zivilisation. In Zeiten zahlreicher Unruhen und Kriege, etwa in Syrien oder dem Jemen, entdecken sie allerdings, dass die eigentlich wunderbar gut gemeinten Normen mitunter mit Füßen getreten werden.

In die Kritik bei Andersen und Cleber gerät unter anderem die rein westlich-abendländisch verfasste Weltanschauung der UNO. Denn nach den Erkenntnissen der Autoren wurden bei der Formulierung der Grundsätze der Menschenrechte etwa Sitten und Wertevorstellungen der islamischen Welt und asiatische Gesellschaftsnormen nicht gleichermaßen berücksichtigt.

Um dies zu untermauern, haben Andersen und Cleber auch Flüchtlingslager in Kenia und auf der griechischen Insel Lesbos aufgesucht. Dort hausen zwischen tausenden alten Zelten und in einer kaum vorstellbaren Enge Menschen, deren vermeintliche Würde längst verspielt wurde. Die Hoffnung von Eltern wie dem Syrer Malik liegt darin, dass es seine beiden Kinder Batool (7) und Ali (1) vielleicht einmal besser haben könnten – womöglich in Deutschland.

Nach der Dokumentation von Andersen und Cleber, in der auch die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright und der frühere Bundespräsident Joachim Gauck zu Wort kommen, bleibt ARTE beim Thema Menschenwürde. Die Dokumentation "Slaves – Auf den Spuren moderner Sklaverei" von Marc Wiese etwa belegt ab 21.45 Uhr, wie viele Menschen auf diesem Erdball schonungslos ausgebeutet werden. Tatsächlich sind die Zahlen erschütternd. Wie Wiese im vermeintlichen Urlaubsparadies Thailand belegt, gebe es weltweit mehr als 45 Millionen Sklaven.

Des Weiteren zeigt ARTE in einer gekürzten Fernsehfassung ab 23.20 Uhr den Dokumentarfilm "Das Kongo Tribunal" von Milo Rau. Dem Regisseur gelang es 2015 die zentralen Akteure und Analytiker des Kongokriegs in Bukavu – der Provinzhauptstadt der vom Krieg am direktesten betroffenen Provinz Sud-Kivu – zu versammeln. Hintergrund seines erschütterndem Doku-Streifens ist ein gnadenloser Krieg, der Millionen von Todesopfern gefordert hatte, aber hierzulande kaum bekannt geworden ist.


Quelle: teleschau – der Mediendienst