Ein ausserirdisches Vampirwesen nimmt auf der Erde die Gestalt einer verführerischen jungen Frau an, um so besser auf Jagd nach Männern gehen zu können, die von der fremden Rasse «verwertet» werden. Die attraktive weibliche Hülle, deren sich das Alien bedient, um alleinstehende Männer anzulocken, nennt sich Laura. So geht Laura mit einem klapprigen Lieferwagen zunächst in Glasgow auf Männerfang. Auf schummrigen Parkplätzen, vor Fussballstadien, in dunklen Seitenstrassen lauert sie alleinstehenden, einsamen Männern auf, die sie anschliessend verführt und dann ermordet. Doch das Monster entdeckt sein Mitgefühl, als es einen durch Neurofibromatose entstellten jungen Mann kennenlernt. Laura flieht vor der eigenen Mordlust ins Schottische Hinterland, wo sie selbst einem Vergewaltiger in die Hände fällt. Umgesetzt hat Regisseur Jonathan Glazer («Sexy Beast», «Birth») Michel Fabers Roman «Die Weltenwanderin» mit grosser Ruhe und wenig Dialog. «Under the Skin» wurde so zu einem Alien-Invasion-Film der besonderen Art, der auf faszinierende Weise mit Gegensätzen arbeitet. Neben- und ineinander vereinigt der Film gleichzeitig visuelle Pracht und Reduktion sowie dokumentarisch anmutenden Realismus und Abstraktion. Dann wieder inszeniert der Engländer Momente des kalten Horrors, um im nächsten Augenblick mit zärtlichen Momenten zu berühren. Glazers grösster Coup ist aber sicherlich die Besetzung der Rolle des Aliens mit Scarlett Johansson. Wer könnte in den Schottischen Highlands fremdartiger wirken als der Hollywoodstar mit schwarzer Perücke und Pelzjacke? Während dieses fremde Wesen sich dem Menschlichen immer mehr annähert, ohne selbst Mensch werden zu können, wird der Blick der Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Artgenossen immer fremder.