Unglaublich, was es im Südwesten alles gab

Beliebtes Accessoire in den Fernsehstuben (und Autos) der 50er und 60er Jahre: Der Wackel-Dackel erlebte die Zeiten, als im Südwesten Dinge geschahen, die heute erstaunlich bis unglaublich erscheinen. Vergrößern
Beliebtes Accessoire in den Fernsehstuben (und Autos) der 50er und 60er Jahre: Der Wackel-Dackel erlebte die Zeiten, als im Südwesten Dinge geschahen, die heute erstaunlich bis unglaublich erscheinen.
Fotoquelle: SWR
Report, Dokumentation
Unglaublich, was es im Südwesten alles gab

SWR
Do., 06.09.
23:45 - 01:15


Schwarz-weiß war nur das Fernsehbild, das Leben im Südwesten war ausgesprochen bunt und vielfältig, in den 50er und 60er Jahren, als das Fernsehen noch jung war. Der Dokumentarfilm "Unglaublich, was es im Südwesten alles gab" zeigt die Welt von damals, gesehen mit den Augen der Reporterinnen und Reporter von damals. Sie fanden die erstaunlichsten Geschichten. Wie die schaurige Reportage um die "Scheintote von Hüfingen". Dort konstatiert 1969 ein Leichenbeschauer den Tod einer Krankenhaus-Patientin und verabschiedet sich zum Mittagessen. Als er zurückkommt, ist das Leichenschauhaus leer - der vermeintliche Witwer stellte fest: "Die lebt doch!" Wie ein Hobby zur Besessenheit werden kann, zeigte die "Abendschau" im selben Jahr. Ein Karlsruher Studienrat sammelte über 300 Oldtimer und über 500 Motorräder und stationierte sie in Kellern, Hallen, Scheunen. Die Sammlung war mehrere 100.000 Mark wert - er trennte sich nicht von einem der Vehikel. 1965: Die Promille-Grenze liegt bei 1,5 Prozent; die Reporterin ist dabei, wie erstmals wissenschaftlich erforscht wird, inwieweit Bier fahruntüchtig macht. Resultat: 1,5 Liter Bier ist gleich ein Promille. Also: Fahrtüchtig. Der berufliche Alltag - heute wie damals durchaus Thema für die Fernseh-Journalisten. Scherenschleifer, Ausrufer, Fahrstuhlführer, Bahnschrankenwärter - sieht man ihnen bei der Arbeit zu, scheinen die 60er länger zurückzuliegen als rund 50 Jahre. Wer damals einen Fernseher haben wollte, der brauchte eine Betriebsgenehmigung von der Post und musste rund zwei Monatsgehälter für ein neues Gerät ausgeben. Das neue Medium machte Freude ("Ich habe jetzt die beste und preiswerteste Unterhaltung!"), hatte aber nicht nur Freunde. Mahnend warnte das Fernsehen 1962 davor, dass Kinder durch den TV-Konsum in der Schule einschlafen würden und riet, Kindern unter sechs Jahren Fernsehen generell zu verbieten. Heute sind es die Kinder von damals, die als Eltern oder Großeltern fürchten, das Internet könne Kinder oder Enkel ins Unglück stürzen. Alles schon mal da gewesen und sparen wollten die Menschen schon lange bevor der Werbeslogan "Geiz ist geil" erfunden wurde. Das Fernsehen half - durch die Rubrik "Preisvergleich der Woche". Puder, Watte, Strümpfe, Schneeketten - alles wurde "gecheckt", um zwei oder drei Pfennige zu sparen. "Unglaublich, was es im Südwesten alles gab" ist eine Fernseh-Wundertüte, die aus dem Alltag im Südwesten erzählt. Von Beruf, Freizeit, von den Menschen. Ihren Hobbys. Ihren kleinen Problemen. Und das immer mit einem liebevollen Blick auf diese Zeit.


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