Unser täglich Brot

  • Brotzeit im Pausenraum einer Hühnerfarm. "Unser täglich Brot" gibt kommentarlos Einsicht in die Orte, an denen Nahrungsmittel in Europa produziert werden. Vergrößern
    Brotzeit im Pausenraum einer Hühnerfarm. "Unser täglich Brot" gibt kommentarlos Einsicht in die Orte, an denen Nahrungsmittel in Europa produziert werden.
    Fotoquelle: ZDF/Nikolaus Geyrhalter
  • Szene aus Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilm "Unser täglich Brot", die eindringlich Effizienzdenken und Pragmatismus industrieller Nahrungsmittelproduktion veranschaulicht. Vergrößern
    Szene aus Nikolaus Geyrhalters Dokumentarfilm "Unser täglich Brot", die eindringlich Effizienzdenken und Pragmatismus industrieller Nahrungsmittelproduktion veranschaulicht.
    Fotoquelle: ZDF/Nikolaus Geyrhalter
  • Willkommen in der Welt der industriellen Nahrungsmittelproduktion und der High-Tech-Landwirtschaft: Eine kühle industrielle Umgebung, in der Menschen, Tiere, Pflanzen und Maschinen Teil eines surreal anmutenden Systems sind. Vergrößern
    Willkommen in der Welt der industriellen Nahrungsmittelproduktion und der High-Tech-Landwirtschaft: Eine kühle industrielle Umgebung, in der Menschen, Tiere, Pflanzen und Maschinen Teil eines surreal anmutenden Systems sind.
    Fotoquelle: ZDF/Nikolaus Geyrhalter
Spielfilm, Dokumentarfilm
Unser täglich Brot

Infos
Originaltitel
Unser täglich Brot
Produktionsland
Österreich
Produktionsdatum
2005
Kinostart
Do., 18. Januar 2007
3sat
Fr., 23.11.
00:00 - 01:30


Brot ist seit Jahrtausenden Sinnbild für Nahrung, für körperliche und seelische Kraft. "Unser täglich Brot gib uns heute" heißt es in einem Gebet, das Millionen Christen beten. Nikolaus Geyrhalter lässt die Zuschauer Zeuge einer ganz anderen Schöpfungsgeschichte werden: der Lebensmittelproduktion. Der Film offenbart die industrielle Nahrungsmittelproduktion als Spiegelbild unseres gesellschaftlichen Wertekanons: viel, einfach, schnell. Zum Rhythmus von Fließbändern und riesigen Maschinen zeigt der Film Orte in Europa, an denen Nahrungsmittel produziert werden: monumentale Räume, surreale Landschaften und bizarre Klänge - eine kühle industrielle Umgebung, die wenig Raum für Individualität lässt. Menschen, Tiere, Pflanzen und Maschinen erfüllen die Funktion, die ihnen die Logistik zuschreibt. In geschlossenen Räumen, aseptisch wie eine Prozessoren-Fabrik, schlüpfen Küken, computerüberwacht. Ein riesiger Schlauch saugt Lachse aus einem Fjord. Metallene Zähne fressen sich durch chemisch termingerecht zum Verblühen gebrachte Sonnenblumenfelder. Im Sekundentakt und vollautomatisch werden Hühner zerteilt, Schweine von ihren Gedärmen befreit, nur für Rinder braucht sie etwas länger: die industrielle Nahrungsmittelerzeugung und Hightech-Landwirtschaft. Für Menschen ist in diesen futuristisch anmutenden Räumen wenig Platz, sie wirken wie Fehler im System, falsch dimensioniert, klein, verletzlich, auch wenn sie sich bestmöglich anpassen: hygienische Kleidung, Kopfhörer, Schutzhelme. Kommentarlos entfaltet der Film sich auf der Leinwand wie ein irritierender Traum - ein insistierender Blick, begleitet vom Flirren, Rattern, Schlagen, Schlürfen, hydraulischen Atmen der Maschinen.

Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Unser täglich Brot" finden Sie hier.


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