Unsere Geschichte

Dicke Pötte gucken - das Elbe-Camp am Falkensteiner Ufer in Hamburg. Vergrößern
Dicke Pötte gucken - das Elbe-Camp am Falkensteiner Ufer in Hamburg.
Fotoquelle: NDR/Lona Media GbR
Report, Dokumentation
Unsere Geschichte

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
NDR
Sa., 28.07.
11:30 - 12:15


Die Dokumentationsreihe berichtet über Ereignisse und Menschen, die den Norden Deutschlands bewegten. Dabei taucht sie in die vergangenen Jahrzehnte ein.
Die Deutschen lieben die Freiheit beim Camping. Dabei ist Camping ein generationsübergreifendes Phänomen, während die jungen Leute noch mit dem Zelt oder im ausgebauten Bus unterwegs sind, bevorzugen die älteren Camper den fest installierten Wohnwagen auf dem Dauercampingplatz oder das Reisemobil als rollendes Hotel. Allein in 2016 zählten die Campingplatzbetreiber in Mecklenburg-Vorpommern rund fünf Millionen Übernachtungen.
Begonnen hatte alles in den 1930er-Jahren, als der Tüftler Arist Dethleffs sein erstes "Wohnauto" konstruierte. So richtig populär wurde Camping aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, zu Beginn des Wirtschaftswunders. Es bot einen Urlaub, den sich damals fast jeder leisten konnte. Und es musste nicht immer unbedingt Italien sein.
In Hamburg war der Campingplatz am Falkensteiner Elbufer so etwas wie die "Riviera des kleinen Mannes". Hier zeltete die Hamburger Arbeiterklasse, inklusive feinem Sandstrand und Bad in der Elbe. Auch heute noch genießen hier viele Dauercamper von April bis Oktober in ihren Wohnwagen das Elbpanorama.
Der Erfolg des Campings stieg mit der wachsenden Mobilität der Deutschen weiter an. Maria Dhonau, die "Grande Dame" der Caravanbranche, eröffnete 1960 eine Tankstelle und begann damit, Wohnwagen zu verkaufen. Die waren damals Leichtgewichte, denn früher hatten die Autos noch nicht so viel PS wie heute.
Dieses Problem kannte man auch auf der anderen Seite der deutsch-deutschen Grenze. Über ganze 26 PS verfügte ein Trabi, da musste ein leichter Wohnwagen her. Nur, dass die DDR-Bürger sowohl auf das Auto als auch auf den Wohnwagen bis zu 18 Jahre warten mussten. Zudem war Camping in der DDR zu Beginn als unsozialistisch, weil zu individualistisch, verpönt. Die Staatsführung sah die Werktätigen lieber beim Kollektivurlaub im FDGB-Heim. Doch Camping wurde trotzdem zur Massenbewegung. Ein kleines Stückchen Freiheit, da war die Partei machtlos.
Im vereinten Deutschland ist die Faszination ungebrochen. Die Camper sind ein Wirtschaftsfaktor im Norden, denn sie kaufen nicht nur Campingausrüstung, sondern geben im Urlaub auch viel Geld aus.

Thema:

Als die Camper in den Norden kamen

Die Deutschen lieben die Freiheit beim Camping. Dabei ist Camping ein generationsübergreifendes Phänomen, während die jungen Leute noch mit dem Zelt oder im ausgebauten Bus unterwegs sind, bevorzugen die älteren Camper den fest installierten Wohnwagen auf dem Dauercampingplatz oder das Reisemobil als rollendes Hotel. Allein in 2016 zählten die Campingplatzbetreiber in Mecklenburg-Vorpommern rund fünf Millionen Übernachtungen. Begonnen hatte alles in den 1930er-Jahren, als der Tüftler Arist Dethleffs sein erstes "Wohnauto" konstruierte. So richtig populär wurde Camping aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, zu Beginn des Wirtschaftswunders. Es bot einen Urlaub, den sich damals fast jeder leisten konnte. Und es musste nicht immer unbedingt Italien sein. In Hamburg war der Campingplatz am Falkensteiner Elbufer so etwas wie die "Riviera des kleinen Mannes". Hier zeltete die Hamburger Arbeiterklasse, inklusive feinem Sandstrand und Bad in der Elbe. Auch heute noch genießen hier viele Dauercamper von April bis Oktober in ihren Wohnwagen das Elbpanorama. Der Erfolg des Campings stieg mit der wachsenden Mobilität der Deutschen weiter an. Maria Dhonau, die "Grande Dame" der Caravanbranche, eröffnete 1960 eine Tankstelle und begann damit, Wohnwagen zu verkaufen. Die waren damals Leichtgewichte, denn früher hatten die Autos noch nicht so viel PS wie heute. Dieses Problem kannte man auch auf der anderen Seite der deutsch-deutschen Grenze. Über ganze 26 PS verfügte ein Trabi, da musste ein leichter Wohnwagen her. Nur, dass die DDR-Bürger sowohl auf das Auto als auch auf den Wohnwagen bis zu 18 Jahre warten mussten. Zudem war Camping in der DDR zu Beginn als unsozialistisch, weil zu individualistisch, verpönt. Die Staatsführung sah die Werktätigen lieber beim Kollektivurlaub im FDGB-Heim. Doch Camping wurde trotzdem zur Massenbewegung. Ein kleines Stückchen Freiheit, da war die Partei machtlos. Im vereinten Deutschland ist die Faszination ungebrochen. Die Camper sind ein Wirtschaftsfaktor im Norden, denn sie kaufen nicht nur Campingausrüstung, sondern geben im Urlaub auch viel Geld aus.



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