Unsere Geschichte

Der Leuchtturm Roter Sand ist weltweit bekannt und beliebt. Alle Übersee-Schiffe des Norddeutschen Lloyd passierten diesen Turm. Für die Auswanderer ein sentimentaler Augenblick: der letzte Gruß der Alten Welt. Vergrößern
Der Leuchtturm Roter Sand ist weltweit bekannt und beliebt. Alle Übersee-Schiffe des Norddeutschen Lloyd passierten diesen Turm. Für die Auswanderer ein sentimentaler Augenblick: der letzte Gruß der Alten Welt.
Fotoquelle: NDR/Radio Bremen/Werner Deich
Report, Dokumentation
Unsere Geschichte

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2017
NDR
Sa., 08.09.
11:30 - 12:15


Die Dokumentationsreihe berichtet über Ereignisse und Menschen, die den Norden Deutschlands bewegten. Dabei taucht sie in die vergangenen Jahrzehnte ein.
Seit über 130 Jahren trotzt der Leuchtturm Roter Sand den Gezeiten und Stürmen der Nordsee in der Deutschen Bucht, auf halbem Wege zwischen Bremerhaven und Helgoland. Am 1. November 1885 wurde sein Feuer zum ersten Mal gezündet und wies den Schiffen fortan den Weg in die Wesermündung nach Bremerhaven und Bremen.
Er ist ein maritimes Denkmal von internationalem Rang und das erste Offshorebauwerk der Welt. Der Leuchtturm wurde von Menschenhand auf offener See im Meeresgrund auf einer Untiefe aus Treibsand verankert. Seine Errichtung auf einem eisernen Senkkasten war eine technische Pioniertat. Doch der Rot-Weiß gestreifte Turm mit den drei neugotischen Erkern und dem schwarzen Sockel ist weit mehr als ein für damalige Verhältnisse bedeutsames Leuchtfeuer. Er ist der bekannteste Leuchtturm überhaupt.
Sein Motiv ist auf unzähligen Gemälden, Postkarten und kuriosen Andenken zu finden und das meisttätowierte Seezeichen auf den Armen der Matrosen. Für Millionen Auswanderer, die die Alte Welt über Bremerhaven verließen, war der Leuchtturm Roter Sand ein letztes Lebewohl der Heimat, für Millionen Seeleute, die von großer Fahrt aus den Weltmeeren nach Hause kamen, der erste Willkommensgruß. Für viele Menschen hat der Leuchtturm Roter Sand daher einen ähnlich emotionalen Symbolwert wie die Freiheitsstatue vor New York, als Wahrzeichen von Abschied und Heimkehr.
Wie stark sein Bild bei den Küstenbewohnern verankert ist, zeigte sich, nachdem er 1964 außer Dienst gestellt worden war. Wenige Seemeilen weiter hatte der Leuchtturm Alte Weser mit automatischer Befeuerung und Radarfunktion seine Funktion übernommen. Der Leuchtturm Roter Sand hatte ausgedient. In den folgenden Jahrzehnten wollten Behörden und Politiker ihn abreißen, sprengen oder einfach in der Nordsee verrotten lassen. Sie alle haben nicht mit der Empörung der Menschen an der Küste gerechnet. Aus der Protestwelle wurde eine Bürgerinitiative.
1983 gründete sich der Förderverein "Rettet den Leuchtturm Roter Sand" und mobilisierte Denkmalschutz, Politik und Öffentlichkeit, den Turm zu erhalten und zu restaurieren. 1987 wurde er als erstes Objekt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übernommen, die ihn bis heute finanziert. Mit einer spektakulären Aktion, dem Überstülpen einer 110 Tonnen schweren Stahlmanschette, konnte das verrottete Fundament des Leuchtturms Roter Sand dann gerettet und anschließend auch die Innenräume restauriert und originalgetreu eingerichtet werden.
Der mit aufwändiger Cineflex-Kameratechnik gedrehte Film ist eine Hommage an dieses Bauwerk und die Meisterleistung der Ingenieurskunst am Ende des 19. Jahrhunderts.

Thema:

Leuchtturm Roter Sand - Letzter Gruß der Alten Welt

Seit über 130 Jahren trotzt der Leuchtturm Roter Sand den Gezeiten und Stürmen der Nordsee in der Deutschen Bucht, auf halbem Wege zwischen Bremerhaven und Helgoland. Am 1. November 1885 wurde sein Feuer zum ersten Mal gezündet und wies den Schiffen fortan den Weg in die Wesermündung nach Bremerhaven und Bremen. Er ist ein maritimes Denkmal von internationalem Rang und das erste Offshorebauwerk der Welt. Der Leuchtturm wurde von Menschenhand auf offener See im Meeresgrund auf einer Untiefe aus Treibsand verankert. Seine Errichtung auf einem eisernen Senkkasten war eine technische Pioniertat. Doch der Rot-Weiß gestreifte Turm mit den drei neugotischen Erkern und dem schwarzen Sockel ist weit mehr als ein für damalige Verhältnisse bedeutsames Leuchtfeuer. Er ist der bekannteste Leuchtturm überhaupt. Sein Motiv ist auf unzähligen Gemälden, Postkarten und kuriosen Andenken zu finden und das meisttätowierte Seezeichen auf den Armen der Matrosen. Für Millionen Auswanderer, die die Alte Welt über Bremerhaven verließen, war der Leuchtturm Roter Sand ein letztes Lebewohl der Heimat, für Millionen Seeleute, die von großer Fahrt aus den Weltmeeren nach Hause kamen, der erste Willkommensgruß. Für viele Menschen hat der Leuchtturm Roter Sand daher einen ähnlich emotionalen Symbolwert wie die Freiheitsstatue vor New York, als Wahrzeichen von Abschied und Heimkehr. Wie stark sein Bild bei den Küstenbewohnern verankert ist, zeigte sich, nachdem er 1964 außer Dienst gestellt worden war. Wenige Seemeilen weiter hatte der Leuchtturm Alte Weser mit automatischer Befeuerung und Radarfunktion seine Funktion übernommen. Der Leuchtturm Roter Sand hatte ausgedient. In den folgenden Jahrzehnten wollten Behörden und Politiker ihn abreißen, sprengen oder einfach in der Nordsee verrotten lassen. Sie alle haben nicht mit der Empörung der Menschen an der Küste gerechnet. Aus der Protestwelle wurde eine Bürgerinitiative. 1983 gründete sich der Förderverein "Rettet den Leuchtturm Roter Sand" und mobilisierte Denkmalschutz, Politik und Öffentlichkeit, den Turm zu erhalten und zu restaurieren. 1987 wurde er als erstes Objekt von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz übernommen, die ihn bis heute finanziert. Mit einer spektakulären Aktion, dem Überstülpen einer 110 Tonnen schweren Stahlmanschette, konnte das verrottete Fundament des Leuchtturms Roter Sand dann gerettet und anschließend auch die Innenräume restauriert und originalgetreu eingerichtet werden. Der mit aufwändiger Cineflex-Kameratechnik gedrehte Film ist eine Hommage an dieses Bauwerk und die Meisterleistung der Ingenieurskunst am Ende des 19. Jahrhunderts.



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