Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stahlindustrie zum Motor des deutschen Wirtschaftswunders. "Kohle und Stahl haben uns reich gemacht. Der Stahl ist der Werkstoff, der unsere gesamte Welt verändert hat." 25 Jahre lang hat Klaus Noreiks am Hochofen gestanden und Stahl gekocht. Der Stahlwerker aus Bremen ist einer von Tausenden Arbeitern, Händlern und Ingenieuren, die nach dem Krieg wieder an die große Stahltradition im Norden angeknüpft haben. Zwar wurde im Harz schon im Mittelalter Erz verarbeitet, und die großen Stahlwerke wie die Georgsmarienhütte sind im 19. Jahrhundert entstanden. Doch die meisten davon, die heute noch existieren, stammen aus den letzten 70 Jahren. Nach Kriegsende, Zerstörung und Demontagen erlebten Stahl und Eisen eine Renaissance im Norden, die so nicht absehbar war. An den alten Standorten und an neuen Orten wurde wieder gekocht, gegossen, gebogen und gepresst, zur Produktion von Schiffen, Autos, Lokomotiven und vieles andere. So brachte der Stahl den Norden wieder in Schwung. Ein Schrotthändler berichtet, wie die Menschen nach 1945 jedes Stück Eisen gesammelt und zusammentragen haben, ein Autohändler und ein Kfz-Meister erzählen von den Schwierigkeiten des Autobaus, weil zu wenig Stahl und Bleche auf dem Markt waren. Auch im Schiffbau und im Handwerk war der Wiederanfang schwer. Die Dokumentation erzählt Geschichten von Menschen mit Witz und Erfindergeist, die trotz Mangel und Entbehrungen das zerstörte Land wieder aufgebaut haben. Der Bogen spannt sich dabei vom legendären "Leukoplastbomber" der untergegangenen Automobilfabrik Borgward in Bremen über die Kreuzfahrtriesen der Meyer Werft in Papenburg bis zu den gigantischen Rohren für Windkrafträder in der Nordsee, die in einem Eisenwerk in Rostock entwickelt und produziert werden. Ob Stahlwerk, Gießerei oder Schiffswerft, die eindrucksvollen Bilder geben Einblicke in eine Branche und Industrie, die einst zum Motor des deutschen Wirtschaftswunders wurde und den Wohlstand im Norden entscheidend geprägt hat und bis heute zu den Stützen der Volkswirtschaft zählt.