Unsere Wälder - Die Wasserwälder der Mittelelbe

  • Der Naturfotograf Thomas Hinsche ist einer der wenigen, der das Leben in den Wasserwäldern an der Mittelelbe bestens kennt. Vergrößern
    Der Naturfotograf Thomas Hinsche ist einer der wenigen, der das Leben in den Wasserwäldern an der Mittelelbe bestens kennt.
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
  • Elbebiber sind die Architekten der Wasserwälder. In den Auen legen sie ihre eigenen Seen an und sorgen so für einen konstanten Wasserstand. Vergrößern
    Elbebiber sind die Architekten der Wasserwälder. In den Auen legen sie ihre eigenen Seen an und sorgen so für einen konstanten Wasserstand.
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
  • In der Mitte Sachsen Anhalts erhebt sich sanft aus dem Elbtal Deutschlands Amazonas - die Wasserwälder der Mittelelbe. Vergrößern
    In der Mitte Sachsen Anhalts erhebt sich sanft aus dem Elbtal Deutschlands Amazonas - die Wasserwälder der Mittelelbe.
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
  • Leben am Fluss. Wanderschäfer treiben ihre Herden zum Tränken an die Elbe. Vergrößern
    Leben am Fluss. Wanderschäfer treiben ihre Herden zum Tränken an die Elbe.
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
  • Buntspecht - Alle sieben in Deutschland vorkommenden Spechtarten brüten in den Wasserwälder an der Mittelelbe - darunter auch Heerscharen von Buntspechten. Vergrößern
    Buntspecht - Alle sieben in Deutschland vorkommenden Spechtarten brüten in den Wasserwälder an der Mittelelbe - darunter auch Heerscharen von Buntspechten.
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
  • Guido Puhlmann, Leiter Biosphärenreservat Mittelelbe Vergrößern
    Guido Puhlmann, Leiter Biosphärenreservat Mittelelbe
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
  • Die Wasserwälder an der Mittelelbe und die angrenzenden Auenwiesen sind ein Paradies für Rehe. Vergrößern
    Die Wasserwälder an der Mittelelbe und die angrenzenden Auenwiesen sind ein Paradies für Rehe.
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
  • Die Launen der Elbe, ihr Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser bestimmen hier den Takt des Alltags und schaffen in den Wasserwäldern an der Mittelelbe eine wilde Welt, die es so kaum noch ein zweites Mal zu finden gibt. Vergrößern
    Die Launen der Elbe, ihr Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser bestimmen hier den Takt des Alltags und schaffen in den Wasserwäldern an der Mittelelbe eine wilde Welt, die es so kaum noch ein zweites Mal zu finden gibt.
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
  • Frühlingsblüte im Wasserwald an der Mittelelbe mit Scharbockskraut und Buschwindröschen Vergrößern
    Frühlingsblüte im Wasserwald an der Mittelelbe mit Scharbockskraut und Buschwindröschen
    Fotoquelle: MDR/Stefan Simank
Natur+Reisen, Natur und Umwelt
Unsere Wälder - Die Wasserwälder der Mittelelbe

MDR
Di., 25.09.
20:45 - 21:15


In der Mitte Sachsen-Anhalts, im sanften Elbtal, liegt Deutschlands Amazonas. Ein magischer Ort, an dem noch heute allein das Wasser den Rhythmus des Lebens bestimmt - für Mensch und Natur gleichzeitig - und in dem Extreme so dicht beieinander liegen, wie sonst nirgendwo in Deutschland. Die Launen der Elbe, ihr Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser, bestimmen hier eine ganz besondere wilde Welt. An den Ufern des gewaltigen Stromes erstrecken sich die größten zusammenhängenden Wasserwälder Mitteleuropas. Es sind die Regenwälder unseres Kontinents - archaische Natur, die seit Jahrtausenden von der Elbe lebt. Die größten Bäume sind 35 Meter hoch und über 500 Jahre alt. Hunderte solcher Giganten säumen noch heute die Ufer der Mittelelbe. Früher gehörten sie zu jedem Fluss dazu. Mittlerweile zählen Wasserwälder zu den gefährdetsten Waldgesellschaften und sind europaweit von Vernichtung bedroht. Über 80 Prozent ihrer Bestände entlang der Flussauen gingen in den letzten 150 Jahren verloren, vor allem durch die Eindeichung der Flüsse. Damit schnitt der Mensch den Wäldern ihr Lebenselixier ab: das Wasser. Dass in Sachsen-Anhalt die Wasserwälder überlebt haben, war Zufall. "Die DDR wollte seinerzeit auch einmal ein Großschutzgebiet haben. Und die UNESCO hatte 1979 erstmals das Programm der weltweiten Biosphärenreservate ausgerufen. Nicht einmal die Bundesrepublik hatte ein solches Reservat. So war es ein Anspruch der DDR einmal schneller zu sein als der Westen", sagt Guido Puhlmann, Leiter des Biosphärenreservates Mittelelbe. "So sind dann das Vessertal in Thüringen und der Steckby-Lödderitzer-Forst die ersten deutschen UNESCO-Biosphärenreservate geworden. Interessant ist: Diese Schutzgebiete sind seitdem gewachsen. Das Land oder den Staat, die diese ausgewiesen haben, gibt es nicht mehr." Etwa 6.000 Hektar Wasserwald blieben so in Sachsen-Anhalt erhalten. Sie erstrecken sich auf einer Länge von 80 Kilometern entlang der Elbe - vom Gartenreich Dessau-Wörlitz bis vor die Tore Magdeburgs. Aufgrund ihres Nährstoffreichtums zählen sie zu den artenreichsten Lebensräumen der Erde. Mehr als die Hälfte aller Tierarten Deutschlands leben in den Auen-Gebieten. Besucher schwärmen: "Der Reiz der Wasserwälder ist einfach der, dass hier noch Natur herrscht, also Natur pur. Eine unverbaute Natur, die man so einfach vor der Haustür findet. Deshalb muss ich auch nicht nach Afrika fahren. Dort ist dasselbe, nur in einer anderen Art und Weise und einer anderen Vielfalt. Aber hier spielt das Leben", so Thomas Hinsche, Ornithologe und Tierfotograf. Mittlerweile erfährt der alte Wald auch in anderer Funktion eine Renaissance: als natürlicher Hochwasserschutz. Deshalb soll in den kommenden Jahren noch mehr Wasser in die Auen fließen, weitere Deiche sollen abgetragen und zusätzliche Waldinseln an die Flussdynamik der Elbe angeschlossen werden. Mitteleuropas größte Wasserwälder an Deutschlands großem Strom werden so zukünftig noch weiter wachsen. Über ein Jahr waren die Naturfilmer Peter und Stefan Simank in den Wasserwäldern der Mittelelbe unterwegs, beobachteten die Besonderheiten der Tierwelt, sprachen mit Naturschützern, Anwohnern und Wissenschaftlern und gingen den Geheimnissen von Mitteleuropas Regenwäldern auf die Spur.


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