Unterwegs auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad

  • Straßenszene, Ho Chi Min Pfad. Vergrößern
    Straßenszene, Ho Chi Min Pfad.
    Fotoquelle: MDR/SWR
  • Kilometer Null des Ho Chi Min Pfad. Vergrößern
    Kilometer Null des Ho Chi Min Pfad.
    Fotoquelle: MDR/SWR
  • Die Grauen Riesen sind das traditionelle Fortbewegungsmittel und quasi Familienmitglieder. Vergrößern
    Die Grauen Riesen sind das traditionelle Fortbewegungsmittel und quasi Familienmitglieder.
    Fotoquelle: MDR/SWR
Natur+Reisen, Landschaftsbild
Unterwegs auf dem Ho-Chi-Minh-Pfad

Infos
Produktionsland
Deutschland
MDR
Sa., 04.08.
13:15 - 13:58
Folge 1, Von Vinh bis Vongsykeo


Über 16.000 Kilometer umfasste der Ho-Chi-Minh-Pfad. Er war kein geradliniger Weg, sondern ein gigantisches Netzwerk aus breiten Straßen, Pisten und Dschungelpfaden. Er gibt die Richtung vor für eine filmische Reise durch viele unbekannte Ecken von Vietnam, Laos und Kambodscha. Startpunkt ist Vinh, eine Stadt im nördlichen Vietnam, die als logistischer Ausgangspunkt des Versorgungsnetzwerks galt. Von dort führt der Weg im Zickzack durch die Wälder der Annamiten und weiter nach Süden. Die Kamera begleitet Biologen und Bauern, taucht in Höhlen ein und spürt den Sitten sowie Gebräuchen einiger Bergvölker nach. Der Film zeigt, wie die Menschen den Wandel in ihren Ländern erleben und wie sie ihn vorantreiben. Am Ziel der Reise ragen moderne Wolkenkratzer zwischen großformatigen Plakaten mit politischen Losungen empor. Ho-Chi-Minh-Stadt, das ehemalige Saigon. Hier ging der verheerende Vietnamkrieg nach fast 20 Jahren zu Ende. Und genau hier werden seither immer neue Weichen für die Zukunft gestellt. Fast liebevoll lässt Trung Cao den Egel in ein Röhrchen fallen. Der Biologieprofessor aus Vinh hat viel übrig für die kleinen Blutsauger. Sie helfen ihm, eines der seltensten Huftiere der Welt zu erforschen: das Saola. Es lebt ausschließlich in den Annamiten, einem mehr als tausend Kilometer langen Gebirgszug an der Grenze von Vietnam und Laos. Durch die dichten Wälder dieser Berge gelangten die nordvietnamesischen Soldaten einst zu den Kämpfern der südvietnamesischen Befreiungsfront, versorgten sie mit Waffen, Munition und Verpflegung. Manche Abschnitte des historischen Ho-Chi-Minh-Pfades sind inzwischen zu einer modernen Fernstraße ausgebaut. Andere wurden vom Urwald verschluckt oder - wie auf dem laotischen Nakai-Plateau - von einem Stausee. Er hat vieles verändert: für etwa 140 Asiatischen Elefanten, aber auch für Bauern wie Eng und ihre Familie. Ihr altes Dorf ist untergegangen. Dafür gibt es im neuen Strom und eine Schule für die Kinder. "Das Leben ist jetzt schon besser", sagt die 50-Jährige. Dass in ihrem Gemüsegarten alles so üppig gedeiht, liegt schließlich auch am Wasser, das aus dem Schlauch strömt, wann immer sie will. Wasser und tektonische Prozesse haben der Landschaft im vietnamesischen Nationalpark Phong-Nha-Ke-Bang ein unverwechselbares Gesicht gegeben: dicht bewaldete Karsttürme - und in ihrem Inneren Grotten, Höhlen, kilometerlange Labyrinthe. Ho Khanhs Welt seit Kindertagen. Er erzählt, wie wichtig die Höhlen während des Krieges waren, weil sie Schutz boten vor den Bomben der US-Armee. Heute schaffen die Höhlen Arbeitsplätze: Ho Khanhs Heimat zählt längst zu den touristischen Hotspots in Vietnam. Davon ist das laotische Dorf Vongsykeo ein gutes Stück entfernt. Vieles scheint hier so zu sein wie es schon immer war bei den Katang, einem der Bergvölker in Laos. Die Frauen stampfen den Reis, die Männer gehen auf die Jagd. Seit Generationen kursieren die Geschichten vom Heiligen Wald und seinen Tabus. Aber ihre Welt verändert sich auch: Vor einem Jahr hat die Gemeinde eine Schule gebaut, und jetzt gerade beobachtet jung und alt gespannt, wie das Dorf ans Stromnetz angeschlossen wird. In diesem entlegenen Winkel von Laos endet der erste Teil der Reise am Ho-Chi-Minh-Pfad entlang.


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