"Da schmeißt einer mit Dreck, und es ist nur eine Frage der Menge, ob was hängen bleibt": Das möchte der katholische Gefängnisseelsorger Jakob Völz gern glauben, als sein bester Freund und Kollege Dominik Bertram wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauchs in Untersuchungshaft genommen wird. Doch was Jakob ahnt, aber nicht wissen will, wird zur Zerreißprobe für seinen Glauben und sein Selbstverständnis. Der Missbrauch von Kindern lässt einen fassungslos zurück. Noch fassungsloser macht nur das Schweigen darüber. Das der Kinder selbst, die durch Familie oder Erziehungsanstalten eingeschüchtert sind, und das der Institutionen, in denen so etwas passiert und die dafür keine Verantwortung übernehmen. Der Film wagt es, seine Geschichte aus der Perspektive eines Erwachsenen zu erzählen, der zwar nicht der Täter ist, der aber als Mitwisser die Verantwortung übernehmen muss, dies jenseits von Weisungen anzuzeigen. So sehr die Geschichte hier eine Innensicht der katholischen Kirche zeigt, so sehr geht sie über den kirchlichen Kontext hinaus, wenn sie für jeden die Frage nach Verantwortung im Gegensatz zu beruflichen oder persönlichen Loyalitäten stellt.