Verlorenes Wissen

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    Schon die Römer heizten mit Hilfe der sogenannten Hypokaustenheizung Fußböden und Wände (Dr. Eduard Pollhammer vom archäologischen Park Carnuntum erforscht die Funktionsweise einer römischen Hypokaustenheizung)
    Fotoquelle: ZDF/André Götzmann
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    Der Mathematiker und Ingenieur Heron von Alexandria (Normunds Berzs) war einer der genialsten Erfinder seiner Zeit. Er forschte um 100 nach Christus.
    Fotoquelle: ZDF/Gatis Indrevics
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    Heron (Normunds Berzs), der "Maschinenmann", entwarf den ersten mechanischen Türöffner seiner Zeit und erhielt dafür große Anerkennung.
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    Die "Bagdad-Batterie" ist mehr als 2000 Jahre alt.
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    So manche in Vergessenheit geratene Erfindung könnte uns heute nützlich sein.
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  • Newton Falcao vom Nationalen Institut für Amazonasforschung  in Brasilien untersucht die schwarze Erde aus dem Amazonas, die sogenannte Terra Preta. Vergrößern
    Newton Falcao vom Nationalen Institut für Amazonasforschung in Brasilien untersucht die schwarze Erde aus dem Amazonas, die sogenannte Terra Preta.
    Fotoquelle: ZDF/André Götzmann
  • Der brasilianische Forscher Newton Falcao stellt fest: Mit Hilfe des natürlichen Superdüngers "Terra Preta" wachsen die Papaya viel schneller. Vergrößern
    Der brasilianische Forscher Newton Falcao stellt fest: Mit Hilfe des natürlichen Superdüngers "Terra Preta" wachsen die Papaya viel schneller.
    Fotoquelle: ZDF/André Götzmann
  • Goldtüpfelfarn statt Sonnencreme: An der Uni Mainz erforscht der Molekularbiologe Patrick Schmitt den Bio-Sonnenschutz der Maya. Vergrößern
    Goldtüpfelfarn statt Sonnencreme: An der Uni Mainz erforscht der Molekularbiologe Patrick Schmitt den Bio-Sonnenschutz der Maya.
    Fotoquelle: ZDF/Arsenij Gusev
  • Hart wie römischer Beton: Professor Cappelletti von der Universität Neapel untersucht die Säulen der Piscina Mirabiles, einem unterirdischen Trinkwasser Reservoir aus der Zeit von Kaiser Augustus. Vergrößern
    Hart wie römischer Beton: Professor Cappelletti von der Universität Neapel untersucht die Säulen der Piscina Mirabiles, einem unterirdischen Trinkwasser Reservoir aus der Zeit von Kaiser Augustus.
    Fotoquelle: ZDF/Arsenij Gusev
  • Die Forscher Massimo Borsa (l.) und Antonio Princigallo von HeidelbergCement versuchen Beton nach römischem Rezept herzustellen. Vergrößern
    Die Forscher Massimo Borsa (l.) und Antonio Princigallo von HeidelbergCement versuchen Beton nach römischem Rezept herzustellen.
    Fotoquelle: ZDF/Arsenij Gusev
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    Kannte die Antike schon Strom? Harald Lesch untersucht das Replikat einer "Bagdad-Batterie".
    Fotoquelle: ZDF/Marcis Abele
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    Harald Lesch beim Dreh am Filmset: "Viele Entdeckungen in der Geschichte sind vergessen worden".
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  • "Terra X"-Moderator Harald Lesch ist verloren gegangenem Wissen auf der Spur. Vergrößern
    "Terra X"-Moderator Harald Lesch ist verloren gegangenem Wissen auf der Spur.
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Report, Dokumentation
Verlorenes Wissen

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2019
3sat
Sa., 20.07.
18:05 - 18:45
Folge 1, Sonnenpillen und der Superbeton der Antike


Harald Lesch begibt sich auf die Suche nach Wissen, das im Lauf der Zeit in Vergessenheit geraten ist. Er stößt dabei auf Kenntnisse, die unsere Probleme von heute lösen könnten. Automatische Türöffner, ein natürlicher Superdünger, wohltemperierte Wandheizungen und widerstandsfähiger Beton: Diese Dinge klingen wie Entdeckungen aus heutiger Zeit, tatsächlich hat es sie aber schon vor Jahrhunderten gegeben. Die Suche nach 8000 Jahre altem Superdünger führt das "Terra X"-Team ins Amazonasgebiet. In der Gegend rund um Manaus entdeckt der Bodenkundler Newton Falcao vom Nationalen Institut für Amazonasforschung eine für die Gegend untypische schwarze Erde - auf Portugiesisch "Terra Preta". Rund drei Prozent der Fläche Amazoniens sind mit der schwarzen Erde bedeckt. Aber wie ist diese Erde entstanden? Die Ureinwohner scheinen ein Rezept gehabt zu haben, um die unfruchtbare Erde des Amazonas fruchtbar zu machen: Sie sammelten Exkremente, Essens- und Pflanzenreste auf Komposthaufen und deckten diese mit Holzkohle ab. Diese zufällig entstandene Mixtur entwickelte sich über Hunderte von Jahren zu humusreicher schwarzer Erde. Noch heute wirkt die Terra Preta als langfristiger Superdünger. Fruchtbare Erde aus recycelten Abfällen - das könnte eine Lösung für die vielen Probleme unserer modernen Landwirtschaft sein. Auch die Maya waren mit ihrem Wissen ihrer Zeit voraus. Vermutlich verwendeten sie den sogenannten Goldtüpfelfarn, um Entzündungen wie Sonnenbrand zu behandeln. Dieses Mittel haben Forscher erst vor Kurzem wiederentdeckt. Der Farn könnte unseren Sonnenschutz revolutionieren und unsere herkömmliche Sonnencreme ersetzen - und zwar in Form einer Pille. Forscher von der Universität Mainz hoffen, die regelmäßige Einnahme dieser Pille könnte einem permanenten Sonnenschutz mit einem Lichtschutzfaktor 15 gleichkommen. Aber nicht nur in der Medizin, auch beim nachhaltigen Bauen wussten unsere Vorfahren manchmal mehr als wir. Der Frage, warum antike Bauten noch heute stehen, geht das Team um Piergiulio Cappelletti von der Universität Neapel nach. Die Römer verwendeten bei ihren Prachtbauten einen speziellen Baustoff - ein vulkanisches Glas, das sogenannte Pozzolane. Es verleiht den Bauten bis heute eine unglaubliche Widerstandsfähigkeit. Nach dem Untergang des Römischen Reiches geriet die Zusammensetzung des Baustoffs in Vergessenheit. Wissenschaftler der HeidelbergCement Group im italienischen Bergamo wollen mit dem Rezept der Römer den modernen Beton verbessern. Dank des wiederentdeckten verlorenen Wissens ist der Beton nun widerstandsfähiger und sogar umweltfreundlicher. Dass Römer gerne warm badeten, ist bekannt. Mit der sogenannten Hypokausten-Heizung erfanden sie die erste Flächenheizung der Geschichte. Das ausgeklügelte Heizsystem war Standard in jeder guten Thermenanlage. Der Clou: Nicht nur die Böden wurden warm, sondern auch die Wände und das Wasser. Die antiken Wellnesstempel hatten neben Kaltbaderäumen auch Warmwasserbecken und Schwitzbäder. Im Archäologischen Park Carnuntum in Österreich haben Wissenschaftler dieses komplexe System rekonstruiert - es funktioniert reibungslos. Überhaupt ist das Know-how in der Antike förmlich explodiert. Es war eine Zeit des intensiven Forschens. Die Bibliothek von Alexandria im nördlichen Ägypten war so etwas wie das Silicon Valley der Antike. Im Palastviertel entstand die größte Bibliothek der Zeit, mit Tausenden von Schriftrollen. Hier studierten Wissenschaftler aus der ganzen Welt. Einer der Gelehrten war Heron. Er lebte und studierte in Alexandria vermutlich um 100 nach Christus. Neben einem mechanischen Türöffner erfand der griechische Mathematiker und Ingenieur den ersten Prototypen einer Dampfmaschine, den sogenannten Heronsball. Hätte er sein Wissen über Kolbenbewegung mit dem Dampfball kombiniert, wäre die erste Dampfmaschine vermutlich in der Antike entstanden - und unsere Welt würde heute völlig anders aussehen. Harald Lesch steht für die Moderation in einem Studio, in dem die Welten und Erfindungen vergangener Zeiten mithilfe von aufwendig gestalteten Requisiten und Computeranimationen wiederauferstehen. Das "Terra X"-Team hat Forscher und Experten auf der ganzen Welt aufgesucht und begleitet, die sich damit beschäftigen, einst verlorenes Wissen zu verstehen und für uns nutzbar zu machen.


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