Klaus Stern porträtiert in seinem Dokumentarfilm den umstrittenen türkischstämmigen Anlageberater Mehmet Göker, der per internationalem Haftbefehl gesucht wird, aber weiterhin von der Westtürkei aus Versicherungen auch an deutsche Kunden vertickt.

Er war einst der Musterschüler einer Branche, die man sich noch bis vor nicht so langer Zeit gemeinhin als höchst seriös, wenn nicht sogar als etwas langweilig und graukariert vorstellte. Und doch hat es Mehmet Göker, der sich gerne im Fahrersitz schicker Sportwagen fotografieren ließ, geschafft, einen ganzen Berufsstand ins Gerede zu bringen – und sich schwer mit der deutschen Staatsanwaltschaft anzulegen. Der einstige Top-Verkäufer, den der Grimme-Preis-prämierte Filmemacher Klaus Stern schon im Jahr 2011 unter dem schlichten Titel "Versicherungsvertreter" porträtierte, setzt seine Arbeit von der Westküste der Türkei aus fort – auch mit Verkäufen von Policen an mehr oder weniger ahnungslose Kunden in Deutschland.

Wegen undurchsichtiger, höchst problematischer Geschäftspraktiken vor allem mit privaten Krankenversicherungen wird er mittlerweile per internationalem Haftbefehl gesucht. In seine Heimat Deutschland, wo er lange arbeitete, kann er nicht zurück. Von der Türkei wird er aber auch nicht ausgeliefert. Also macht er einfach weiter, wie der zweite Teil des Dokumentarfilms "Versicherungsvertreter" nun zeigt. Ein Wirtschaftsthema – spannend wie ein Krimi.


Quelle: teleschau – der Mediendienst