Vom Grandhotel zur schrägen Kiste

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    "Heidi-Land"? - Wie soll eine zeitgenössische Schutzhütte im Hochgebirge aussehen?
    Fotoquelle: ZDF/ORF
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    Das Becherhaus, die höchste Schutzhütte Südtirols auf 3195 m.
    Fotoquelle: ZDF/ORF
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    Die Schwarzensteinhütte in Südtirol ist gerade in Bau. Die neue Stube bietet ein beeindruckendes Panorama.
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    Eine Schutzhütte der Zukunft, Entwurf von Architekt Andreas Damhofer
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Andreas Damhofer
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    Das ORF Team beim Dreh auf der Regensburger Hütte im Stubaital - Interview mit Architekt Rainer Köberl
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  • Das ORF Team Mike Mayer (Kamera) , Teresa Andreae (Redaktion) beim Biwak im Karwendel. Vergrößern
    Das ORF Team Mike Mayer (Kamera) , Teresa Andreae (Redaktion) beim Biwak im Karwendel.
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  • Die Berliner Hütte in den Zillertaler Alpen, ein Grandhotel in den Bergen aus dem Jahr 1911. Vergrößern
    Die Berliner Hütte in den Zillertaler Alpen, ein Grandhotel in den Bergen aus dem Jahr 1911.
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Natur+Reisen, Tourismus
Vom Grandhotel zur schrägen Kiste

Infos
Produktionsland
Österreich
Produktionsdatum
2016
3sat
So., 16.06.
05:05 - 05:50
Schutzhütten in Tirol


Wer in den Alpen wandert, kann in den verschiedensten Hütten einkehren - vom luxuriösen Prachtbau aus dem späten 19. Jahrhundert bis zum silberglänzenden futuristischen Würfel. Die "Berliner Hütte" in Tirol steht unter Denkmalschutz, die ultramoderne Schweizer "Monte Rosa Hütte" wirkt als Touristenmagnet im Hochgebirge. Experimentell oder traditionell, wie soll in den Alpen gebaut werden? Und wie viel Komfort braucht es überhaupt am Berg? Im Hochgebirge bekommen viele Dinge einen anderen Wert. Wasser ist kostbarer als Gold. Auf hoch gelegene Schutzhütten muss jeder Tropfen Wasser mit großem Aufwand hinaufgepumpt werden. Lebensmittel und Heizmaterial werden mit dem Hubschrauber eingeflogen. Daher ist es nur verständlich, dass nicht jede hochalpine Schutzhütte warme Duschen und ein Fünf-Gänge-Menü anbietet. Das Bergwandern boomt, die Übernachtungszahlen auf Schutzhütten steigen, doch die Alpenvereine wollen die Anzahl der Betten bewusst nicht ausbauen. Es sollen keine Neubauten an neuen Plätzen entstehen, höchstens Ersatzbauten für baufällige Hütten. Die vorhandenen Hütten sollen sanft saniert und energietechnisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Viele Schutzhäuser stammen aus der Zeit des beginnenden Alpinismus im ausgehenden 19. Jahrhundert. Die "Berliner Hütte" in den Zillertaler Alpen wurde 1997 als erste Hütte im Alpenraum unter Schutz gestellt. Die Großbürger machten es sich in dem Prachtbau auf über 2000 Meter Seehöhe gemütlich und genossen den Komfort eines Grandhotels mit Ballsaal, Fotolabor, Kegelbahn, Schusterwerkstatt und sogar einem eigenen Postamt. Tirol nimmt beim Denkmalschutz für herausragende Bauten des frühen Alpin-Tourismus eine Vorreiterrolle ein, Bayern und Südtirol ziehen nach. Denkmalgeschützte Bauten werden fachgerecht und behutsam renoviert und mit moderner Technik ausgestattet. Neu gebaut wird nur, wo schon eine alte Hütte existiert, die baufällig oder nicht mehr rentabel ist. Zeitgenössische Architekten denken über neue Formen nach. Die "Monte Rosa Hütte" in den Schweizer Alpen wurde 2009 eröffnet, sie stellt architektonisch und energietechnisch einen Markstein im alpinen Bauen dar. Doch das kostspielige Meisterwerk der ETH Zürich war nur realisierbar, weil es als wissenschaftliches Pilotprojekt angelegt ist - ein immens teurer Solitär. In Südtirol sind derzeit drei neue Schutzhütten in Bau. Die zeitgenössische Formensprache erhitzt die Gemüter. Am Dachstein plant ein Innsbrucker Architekt die neue "Seethaler Hütte" für den Österreichischen Alpenverein. Auch bei diesem Projekt wird die moderne Ästhetik emotional diskutiert.


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