Von Caligari zu Hitler

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    Auschnitt aus «Menschen am Sonntag»: Christl
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    Ausschnitt aus «M - Eine Stadt sucht einen Mörder»: Gustav Gründgens als Der Schänker
    Fotoquelle: SRF/Deutsche Kinemathek Berlin / Präsens Film
Report, Film/Kino/TV
Von Caligari zu Hitler

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2014
SF1
Do., 27.09.
23:50 - 01:45
Das deutsche Kino im Zeitalter der Massen


Die Weimarer Republik, entstanden aus den Ruinen des Ersten Weltkrieges, war zwischen 1918 und 1933 der freiheitlichste Staat, den es bis dahin auf deutschem Boden gegeben hatte. Eine wilde Epoche, geprägt von politischen Verwerfungen, wirtschaftlicher Krise und kulturellem Glanz. Geglänzt hat damals insbesondere das deutsche Kino. Es war eine der grössten und wunderbarsten Epochen des Kinos überhaupt, eine Zeit voller Wunder und verrückter Innovationen. Nichts weniger als die ästhetischen Grundlagen des Filmes wurden hier erfunden und etabliert. Grundlagen und Genres, die das Kino der Welt bis heute wesentlich prägen. Es waren Regisseure wie Murnau, Lang, Lubitsch, Sternberg oder Wilder oder Schauspielstars wie Marlene Dietrich, Louise Brooks, Emil Jannings und Conrad Veidt, die Meisterwerke wie «Nosferatu», «Das Cabinet des Doktor Caligari», «Metropolis», «M», «Menschen am Sonntag» oder «Der Blaue Engel» geschaffen haben. Im Kino hatten die gesellschaftlichen Verwerfungen und Kämpfe, die wie Fieberschübe die ganz Zeit der Weimarer Republik durchzitterten, eine perfekte Spiegelfläche. So perfekt, dass der Kulturphilosoph Siegfried Kracauer in seinen luziden Studien davon sprach, dass das Weimarer Kino mit seinen Wahnsinnsbildern dem kommenden Wahnsinn des dritten Reiches den Weg geebnet hatte: «Der leibhaftige Homunculus ging um. Selbsternannte Caligaris hypnotisierten zahllosen Cesares Mordbefehle ein. Rasende Mabuses begingen wahnsinnige Verbrechen und gingen straffrei aus, und irre Iwans erdachten unerhörte Folterungen.» Filmemacher Rüdiger Suchsland hat es unternommen, Kracauers in seinem 1947 erschienenen Band «Von Caligari zu Hitler» formulierter These nachzugehen, sie zu bestätigen, ihr dann aber auch zu widersprechen und sie auszubauen. Entstanden ist eine äusserst kunstvoll montierte und erzählte Dokumentation über das Weimarer Kino und die Zeit, die es geprägt hat. Fantastisches Material hat er aus den Archiven zusammengestellt. Er zeigt eine extrem moderne, progressive und einflussreiche Filmkultur. Diese unglaubliche Vielfalt beweist anschaulich, dass damals schon alle Genres erfunden, Erzählmuster entwickelt und Tricks ausprobiert wurden, die das Kino bis heute prägen.


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