Der Bereitschaftsdienst der Kriminalpolizei ist jederzeit abrufbereit, ob nachts oder am Wochenende. Wenn der Verdacht einer Straftat besteht, sind die Beamten vom KDD die Ersten vor Ort. Mord, Körperverletzung, Brandstiftung, Einbruch - Tim Ratajczak und Erik Heiden haben schon alles erlebt. Sie sind Kommissare beim KDD in Hannover, wo sich jedes Jahr 115 000 Straftaten ereignen. Wenn sie ihren Dienst antreten, wissen sie nie, was auf sie zukommt. Aber auch Einbrüche oder familiäre Auseinandersetzungen, die heftig eskalieren, sind nicht selten. Rund 20-mal am Tag müssen die Beamten zu verschiedenen Tatorten. Distanz wahren, immer Ruhe behalten - das müssen Polizisten lernen, gerade wenn sie mit schweren Straftaten zu tun haben. Sexuelle Nötigung oder Tod durch Verwahrlosung lassen keinen kalt, ein Einbruch oder ein Brand ohne Personenschaden sind verglichen damit "einfache" Fälle. Rund 150 Leichen schauen die Beamten pro Jahr an. "Das geht natürlich nicht spurlos an einem vorbei. Aber man muss lernen, sich innerlich von solchen Erlebnissen zu distanzieren", so der ermittelnde Kriminalhauptkommissar Matthias Mayer vom KDD in Karlsruhe.