Wawilow, Lyssenko und Stalin

  • Lyssenkos erste Entdeckung war die sogenannte Jarowisation. Doch obwohl sich seine angeblich bahnbrechenden Forschungsergebnisse als Fälschungen erwiesen, hielt sich der Wissenschaftler bis zu seinem Tod an der Spitze der sowjetischen Agrarforschung. Vergrößern
    Lyssenkos erste Entdeckung war die sogenannte Jarowisation. Doch obwohl sich seine angeblich bahnbrechenden Forschungsergebnisse als Fälschungen erwiesen, hielt sich der Wissenschaftler bis zu seinem Tod an der Spitze der sowjetischen Agrarforschung.
    Fotoquelle: ARTE France
  • Lyssenko (re.), hier mit Nikita Chruschtschow, bekämpfte die als reaktionär geltende Genetik und verdammte die sowjetische Forschung damit zu jahrzehntelangem Rückschritt. Vergrößern
    Lyssenko (re.), hier mit Nikita Chruschtschow, bekämpfte die als reaktionär geltende Genetik und verdammte die sowjetische Forschung damit zu jahrzehntelangem Rückschritt.
    Fotoquelle: ARTE France
  • Nikolai Wawilow war überzeugt, dass mit Hilfe neuer, resistenter Züchtungen die Erträge verbessert und ein wesentlicher Beitrag zur künftigen Ernährung der Weltbevölkerung geleistet werden könnte. Vergrößern
    Nikolai Wawilow war überzeugt, dass mit Hilfe neuer, resistenter Züchtungen die Erträge verbessert und ein wesentlicher Beitrag zur künftigen Ernährung der Weltbevölkerung geleistet werden könnte.
    Fotoquelle: ARTE France
  • 1921 lag die Landwirtschaft in Sowjetrussland am Boden. Es brach eine große Hungersnot aus, die mehr als fünf Millionen Todesopfer forderte. Vergrößern
    1921 lag die Landwirtschaft in Sowjetrussland am Boden. Es brach eine große Hungersnot aus, die mehr als fünf Millionen Todesopfer forderte.
    Fotoquelle: ARTE France
  • Der brillante Genetiker und Botaniker Nikolai Wawilow geriet in die Tretmühlen der ideologischen sowjetischen Politik. Vergrößern
    Der brillante Genetiker und Botaniker Nikolai Wawilow geriet in die Tretmühlen der ideologischen sowjetischen Politik.
    Fotoquelle: ARTE France
  • Josef Stalin (1878-1953) wählte die Wissenschaftler nach Regimetreue aus. Vergrößern
    Josef Stalin (1878-1953) wählte die Wissenschaftler nach Regimetreue aus.
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Report, Dokumentation
Wawilow, Lyssenko und Stalin

Infos
Synchronfassung, Online verfügbar von 31/07 bis 29/09
Produktionsland
Frankreich
Produktionsdatum
2017
arte
Di., 31.07.
21:45 - 22:45
Oder: Wie ernähren wir das Volk?


Russland, 1920er Jahre: Der Bürgerkrieg hatte das Land ausgelaugt, die Kornkammer Europas war leer. 1921 brach eine Hungersnot aus, 40 Millionen Menschen waren betroffen. Es war die erste große Hungersnot in Sowjetrussland, sie fordert mehr als fünf Millionen Todesopfer. Vor dem Hintergrund jener Tragödie übernahm der brillante Botaniker und Genetiker Nikolai Wawilow die Führung der sowjetischen Agrarforschung am neu gegründeten Institut für Pflanzenzucht in Sankt Petersburg. Im Zuge großangelegter Expeditionen auf allen fünf Kontinenten - von der Karibik bis Abessinien, von China über Arabien und Afghanistan bis Nordwestafrika - legte er die weltweit größte Sammlung von Pflanzensamen an. Wawilow war überzeugt, dass mit Hilfe neuer, resistenter Züchtungen die Erträge verbessert und ein wesentlicher Beitrag zur künftigen Ernährung der Weltbevölkerung geleistet werden könnte. Wawilow wurde zu einem glühenden Anhänger der neu aufkommenden Genetik. Doch der Mann, der den Hunger auf der Welt beenden wollte, verhungerte nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Russland 1943 im Gefängnis von Saratow. Wegen Sabotage gegen die sowjetische Landwirtschaft war Wawilow 1941 - im Zuge der politischen Säuberungen unter Stalin - vom Militärkollegium des Obersten Gerichts der UdSSR zum Tode durch Erschießen verurteilt worden. Stalin zog dem Forscher Wawilow, der als kosmopolitischer Bourgeois und Erbe des Zarenregimes galt, den aus ärmlichen Verhältnissen stammenden Agronomen und Proletarier Lyssenko vor. Lyssenkos erste Entdeckung war die sogenannte Jarowisation. Lyssenko behauptete, durch dieses Verfahren könnten die Erträge verdreifacht werden. Später sollten sich seine angeblich bahnbrechenden Forschungsergebnisse als Fälschungen erweisen. Doch Lyssenko hielt sich bis zu seinem Tod an der Spitze der sowjetischen Agrarforschung. Er bekämpfte die als reaktionär geltende Genetik und verdammte die sowjetische Forschung damit zu jahrzehntelangem Rückschritt. Die Geschichte der Kontroverse zwischen dem Agrarwissenschaftler Lyssenko und dem Biologen Wawilow erzählt vom Aufstieg und Fall zweier Männer in der von Stalin beherrschten jungen Sowjetunion. Und sie zeigt, dass Wissenschaft in der Sackgasse endet, wenn sie sich ideologischen Dogmen beugen muss.


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