Weihnachten auf dem Land

Die 90-jährige Agnes Sester mit ihrer ersten Puppe. Vergrößern
Die 90-jährige Agnes Sester mit ihrer ersten Puppe.
Fotoquelle: ZDF/SWR
Report, Dokumentation
Weihnachten auf dem Land

3sat
Di., 25.12.
06:00 - 07:30


Wie war das früher zu Heiligabend, als eine Apfelsine noch als kostbares Geschenk galt? Als sich die Frauen im Dorf zum gemeinsamen Binden der Adventskränze trafen? Wie sehen die Erinnerungen aus an das Weihnachten auf dem Land in den 1940er-, 1950er- und 1960er-Jahren, lang vor dem heutigen Konsumtrubel? Elmar Babst, Holger Wienpahl und Christopher Paul sind durch die Lande gereist und haben sich davon erzählen lassen. Bäuerin Agnes Sester aus Gengenbach im mittleren Schwarzwald, brachte als Kind zu Heiligabend die Almosenpäckchen ihrer Mutter zu den bedürftigen Nachbarn. Die Knechte saßen wochenlang während der Winterabende über Laubsägearbeiten, als Geschenke für die Bauernkinder. Der ehemalige Förster aus Kniebis im nördlichen Schwarzwald erinnert sich daran, wie sich die Nachbarn reihum abends besuchten, um Heizkosten und Licht zu sparen. Eine lange Tradition hat das "Dingeln" in Ahrweiler. Die Glocken werden dort noch mit der Hand geschlagen. Werner Bergmann gehört zu denen, die in Eiseskälte auf den Kirchturm geklettert sind, um pünktlich nach dem Weihnachtsgottesdienst Weihnachtslieder mit den Glocken anzustimmen. Für den Diakon Günter Johannes Barth bei Bingen war die Schiffsprozession auf dem Rhein ein Höhepunkt. Jahrelang fuhr er in der Figur des historischen Nikolaus auf dem Rhein, um die Rheinschiffer zu segnen. Und natürlich spielt auch die Krippe eine besondere Rolle. Gustl Hertling hat im Westerwald in Waldbreitbach eine der größten Krippensammlungen des Südwestens zusammengestellt. Seit frühester Kindheit ist er vor allem von Wurzelholz-Krippen fasziniert. Auch Jürgen Hohl aus Weingarten in Oberschwaben liebte die Weihnachtskrippe seiner Eltern. Als er jedoch eines Tages dem armen Jesulein eine wärmende Kerze an die Seite stellte, war es um die schönen Wachsfiguren geschehen. Kabarettist und Journalist Hubert vom Venn erzählt von typischen, skurrilen und besonderen Weihnachtsbräuchen in der Eifel - seiner Heimat. Der Film ist eine lebendige Zeitreise in die Vergangenheit. Viele schwarz-weiß-Aufnahmen und historisches Archivmaterial ergänzen die Erzählungen und Bilder von heute. Wie haben die Menschen früher auf dem Land gelebt? Wie sah ihr Alltag aus? In einer Mischung von Zeitzeugen-Erzählungen, heutigen Landschaftsaufnahmen und historischem Filmmaterial entsteht ein bunter Bilderbogen über das Leben früher. Es sind Geschichten aus einer scheinbar anderen Welt, und doch Erinnerungen, die gar nicht so lange her sind.


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