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Produktionsdatum
2018
NDR
Do., 23.08.
01:45 - 02:15


Bereits seit 1991 sind die Korrespondenten im Ausland unterwegs und berichten vor Ort vom Geschehen. Die Reportagen informieren detailliert über Hintergründe und decken nicht selten Missstände auf.

Thema:

Italien: Häftlinge als Winzer auf der Insel Gorgona

Autorin: Katja Rieth
Um längere Zeit auf dieser Mittelmeerinsel zu verbringen, muss man kriminell werden. Gorgona liegt 34 Kilometer vor Livorno und ist eine Gefängnisinsel. Wofür die Häftlinge bestraft wurden, darüber sprechen sie hier nicht gerne. Sie wollen ihr Leben ändern. Das Gefängnis auf Gorgona setzt auf Ausbildung und Resozialisierung: Die Häftlinge arbeiten in einer Käserei oder neuerdings auch in den Weinbergen. "Ich will nicht wissen, was die Menschen getan haben. Denn wenn man es erfährt, urteilt man natürlich leicht. Aber diese Personen sind ja schon von einem Gericht verurteilt worden", sagt Weinproduzent Lamberto. Vor sechs Jahren bekam er eine Anfrage von der Gefängnisleitung, ob seine Winzerei nicht den Inselweinberg bestellen wolle. Mittlerweile arbeiten während der Weinlese mehr als zehn Häftlinge für ihn. 1.200 Euro bekommen sie dafür monatlich. Ausgeben können sie das Geld hier nicht, aber es ermöglicht den Gefangenen nach der Entlassung einen guten Einstieg ins normale Leben: "Wenn ich hier rauskomme, dann habe ich durch die Arbeit etwas Geld angespart. Sonst käme man vielleicht schnell auf falsche Gedanken", hofft Häftling Roland. Tatsächlich soll die Rückfallquote, die sonst bei 60 bis 80 Prozent liegt, bei den Gorgona-Insassen auf etwa 20 Prozent gesunken sein.

Brasilien: heute Flüchtling, morgen Profi

Autor: Matthias Ebert
Sie sind dribbelstark und hoch motiviert. Eine Mannschaft gespickt mit spielerisch talentierten Flüchtlingen, die hungrig nach Erfolgen sind. Sie leben, fernab ihrer Heimat, in Brasilien als Mitglieder des Fußballprojekts Pérolas Negras (Schwarze Perlen). Insgesamt kicken derzeit sieben Flüchtlinge für die Junioren der Pérolas. Das Projekt wird durch Spenden finanziert. So können die jungen Fußballer in Ruhe trainieren und zur Schule gehen. Für ihre Unterkunft und das Essen ist gesorgt. Rubém Cesar Fernandes hat das staatliche Projekt ins Leben gerufen: "Unsere Initiative ist ein Zeichen, dass Flüchtlinge Talente mitbringen. Sie haben einen Wert und stehen nicht nur für eine Gefahr, Bedrohung oder Terrorismus. Nein! Sie sind wertvolle Talente." Der 18-jährige Badio flüchtete aus Haiti. Er lebt seit fast drei Jahren mit einem Mitspieler auf wenigen Quadratmetern. An seiner Wand zeigt Badio, wer ihm Mut macht: Sein Freund Waby Angelo, der es geschafft hat, bei einem Profiklub anzuheuern. Waby kam auch als Flüchtling aus Haiti zu den Pérolas Negras, bis er einen Vertrag bei einem brasilianischen Profiklub erhielt. Wabys Schicksal, es macht in Brasilien gerade Schule: gestern Flüchtling, heute Profi.

Indien: das gefährlichste Land der Welt für Frauen

Autoren: Sibylle Licht, Oliver Feldforth
Vor Kurzem erst hat diese schreckliche Nachricht Indien erschüttert: 17 Männer wurden festgenommen, weil sie über Monate ein elfjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft vergewaltigt haben. Es scheint, als würde Indien die Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht in den Griff bekommen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit 2012 hat sich die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen fast verdoppelt. Jetzt will die Regierung dafür sorgen, dass die Frauen sich wehren können. Sie bietet Selbstverteidigungskurse an, in denen jungen Frauen beigebracht wird, wie sie sich gegen Angreifer zur Wehr setzen können. Das ist für viele Frauen und Mädchen absolutes Neuland, denn in den Familien bekommen sie oft noch beigebracht, dass es eben Schicksal sei oder schlechtes Karma, wenn sie von Männern belästigt werden.

Niederlande: Verbrechensbekämpfung 3.0

Autorin: Katharina von Tschurtschenthaler
Morde aufklären, Hunderte Kilometer vom Tatort entfernt, bequem vom Büro aus: In den Niederlanden gehört das zur Ermittlungsarbeit der Kommissare. Mittels virtueller Realität können sich die Polizeibeamten an den Ort des Verbrechens beamen, sich frei im 3D-Modell des Tatorts bewegen und so den Tathergang genau rekonstruieren, ohne dabei physisch vor Ort zu sein. Eindrücke von der Polizeiakademie in Apeldoorn, wo die Ermittler für den Ernstfall trainiert werden.

Taiwan: chinesische Dissidentin auf der Flucht

Autorin: Annette Dittert
Huang Yan ist aus China geflüchtet. Dort wurde sie seit Jahren verfolgt, von der Straße entführt und immer wieder gefoltert. Die Angst lässt sie aber auch hier in Taiwan nie ganz los, wo sie eigentlich sicher ist. Die Presbyterianische Gemeinde in Taipeh hat sie aufgenommen. Pastor Huang Che Yen hat ihr ein Zimmer besorgt, will, dass sie sich sicher fühlen kann, das erste Mal seit vielen Jahren. Aber die Angst vor dem chinesischen Regime wird sie auch hier nicht los. "Jeden Monat war ich mindestens zwei Wochen in Ketten. Daher kamen diese Wunden. Und dann haben sie andere Gefangene, Männer gerufen, die mussten meinen Kopf ans Metallbett drücken und mich dann so lange schlagen, bis mein Kopf nur noch eine dumpfe Masse war." Sie hier aufzunehmen, ist mutig. Von der Gemeinde und der Regierung. Denn China sieht den Schutz seiner politischen Dissidenten als offene Provokation. Huang Yan trifft Taiwans schwierige Situation unmittelbar. Denn aus Angst vor chinesischer Aggression hat die Regierung ihrem Aufenthalt nur vorübergehend zugestimmt. Drei Monate kann sie bleiben, danach muss sie weiterziehen.



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