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Produktionsdatum
2018
NDR
Do., 13.09.
01:45 - 02:15


Bereits seit 1991 sind die Korrespondenten im Ausland unterwegs und berichten vor Ort vom Geschehen. Die Reportagen informieren detailliert über Hintergründe und decken nicht selten Missstände auf.

Thema:

Spanien: eine Stadt speckt ab

Autorin: Natalia Bachmayer
Übergewicht, Fettleibigkeit, dicke Kinder, wenn es um diese Themen geht, denkt man meist an Länder wie die USA oder Mexiko. Aber auch Spanien hat mit einer zunehmend übergewichtigen Bevölkerung zu kämpfen. Die Rate der besonders übergewichtigen Menschen hat sich dort in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Entsprechend sind auch Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzprobleme oder Diabetes auf dem Vormarsch. Narón, ein ehemaliges Fischerstädtchen in Galizien im Nordwesten Spaniens, stemmt sich gegen den Trend: Knapp 4.000 Menschen nehmen dort an einem besonderen Gesundheitsprojekt teil. Den Initiatoren geht es nicht ums Hungern und Quälerei beim Frühsport, sondern um Gemeinschaftssinn und Genussfreude. Und dabei haben fast alle Beteiligten ganz nebenbei auch die Traditionen ihrer Heimat wiederentdeckt.

Frankreich: Briten als Dorfretter

Autorin: Sabine Rau
In der Dordogne und im schönen Südwesten Frankreichs ringsherum haben sich Zehntausende Briten niedergelassen. Und es werden immer mehr. Sie profitieren von den wesentlich günstigeren Grundstückspreisen, viele wollen aber auch den drohenden Folgen des Brexits entfliehen. In Frankreich dürfen sie sich willkommen fühlen, denn die Zuwanderer bringen neues Leben in sterbende Dörfer und retten historische Bausubstanz. Michel Bosdevesy, Bürgermeister von La Rochebeaucourt-et-Argentine, bemängelt nur eines: Dass die Engländer sich so schwer damit tun, Französisch zu sprechen.

Bangladesch: Witwen ohne Rechte

Autor: Oliver Feldforth
Vor sieben Jahren tötete ein Tiger ihren Mann, von einem Tag auf den anderen musste Riyia Khatun ihre fünf Kinder allein versorgen. Bis zu 100 Männer sollen den großen Raubkatzen jedes Jahr in den Mangrovenwäldern im Südwesten von Bangladesch zum Opfer gefallen sein. Riyia ist nun eine von vielen sogenannten Tigerwitwen, ausgegrenzt in ihrem Dorf. Denn es herrscht großer Aberglaube in dieser Region. Viele im Dorf glauben, dass die Witwen Unglück bringen, ihren Männern und auch ihren ganzen Familien. Abul Hassan von Brot für die Welt hilft Riyia Khatun und den anderen Tigerwitwen, ihren Alltag zu meistern und selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Diese Hilfe ist bitter nötig erklärt er.

Brasilien: heute Flüchtling, morgen Profi

Autor: Matthias Ebert
Sie sind dribbelstark und hoch motiviert. Eine Mannschaft gespickt mit spielerisch talentierten Flüchtlingen, die hungrig nach Erfolgen sind. Sie leben, fernab ihrer Heimat, in Brasilien als Mitglieder des Fußballprojekts Pérolas Negras (Schwarze Perlen). Insgesamt kicken derzeit sieben Flüchtlinge für die Junioren der Pérolas. Das Projekt wird durch Spenden finanziert. So können die jungen Fußballer in Ruhe trainieren und zur Schule gehen. Für ihre Unterkunft und das Essen ist gesorgt. Rubém Cesar Fernandes hat das staatliche Projekt ins Leben gerufen: "Unsere Initiative ist ein Zeichen, dass Flüchtlinge Talente mitbringen. Sie haben einen Wert und stehen nicht nur für eine Gefahr, Bedrohung oder Terrorismus. Nein! Sie sind wertvolle Talente." Der 18-jährige Badio flüchtete aus Haiti. Er lebt seit fast drei Jahren mit einem Mitspieler auf wenigen Quadratmetern. An seiner Wand zeigt Badio, wer ihm Mut macht: Sein Freund Waby Angelo, der es geschafft hat, bei einem Profiklub anzuheuern. Waby kam auch als Flüchtling aus Haiti zu den Pérolas Negras, bis er einen Vertrag bei einem brasilianischen Profiklub erhielt. Wabys Schicksal, es macht in Brasilien gerade Schule: gestern Flüchtling, heute Profi.

China: Umerziehungslager für Andersdenkende

Autor: Michael Storfner
Überwachungskameras, ständige Checkpoints, zahllose Sicherheitskräfte, Metalldetektoren vor Restaurants, Hotels und Moscheen. Alltag in der Provinz Xinjiang. Zehn Millionen Uiguren leben hier, ein muslimisches Turkvolk. Immer wieder kam es in der Provinz zu Unruhen. Es gab Hunderte Tote. Aus Sicht des Regimes in Peking sind uigurische Terrorgruppen für die Gewalt verantwortlich. Die Vereinten Nationen hingegen werfen China vor, massenhaft Uiguren in sogenannte Umerziehungslager zu stecken. Mehr als eine Million Angehörige des Turkvolkes würden in chinesischen Einrichtungen festgehalten, die geheimen Internierungslagern ähnelten, berichtete ein Menschenrechtsgremium der UN. In der chinesischen Staatszeitung "Global Times" hieß es dagegen: In Xinjiang gebe es keinen Platz für "destruktive westliche öffentliche Meinung. Frieden und Stabilität müssen vor allem anderen kommen. Um dies zu erreichen, könnten alle Maßnahmen ergriffen werden." Dreharbeiten in der Provinz sind nahezu unmöglich. ARD-Korrespondent Michael Storfner hat es dennoch versucht und berichtet in den "Weltbildern" über seine Eindrücke aus Xinjiang.



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