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Produktionsdatum
2018
NDR
Di., 09.10.
23:30 - 00:00


Bereits seit 1991 sind die Korrespondenten im Ausland unterwegs und berichten vor Ort vom Geschehen. Die Reportagen informieren detailliert über Hintergründe und decken nicht selten Missstände auf.

Thema:

Brasilien: "Tropen-Trump" gegen Ureinwohner

Autor: Matthias Ebert
Die brasilianische Indigenenbehörde Funai schätzt, dass noch 100 isolierte Stämme im Urwald Brasiliens leben. Im gesamten Amazonasgebiet mit Ecuador und Peru, Venezuela und Guyana gehen Verbände sogar von 150 Gruppen aus. Eigentlich soll die staatliche Indigenenbehörde FUNAI alle Indigenen und ihre Gebiete schützen. Doch ihr werden seit Jahren die Mittel gekürzt. Im Bundesstaat Rondonia gab es 2010 noch 30 FUNAIMitarbeiter, heute sind es zwei. Diese haben zwar polizeiliche Rechte und dürfen Wilderer und Eindringliche festnehmen, aber ohne Mittel und Mitarbeiter ist das eine Sisyphusaufgabe. Im Wahlkampf schlägt Jair Bolsonaro, führender Präsidentschaftskandidat und ein als "Tropen-Trump" verspotteter Populist, aggressive Töne an: "Wenn ich gewählt werde, gibt es keine Schutzgebiete mehr für diese Indianer." Keine guten Aussichten für Brasiliens letzte Ureinwohner.

Indonesien: Karriere mit Kakao

Autorin: Sandra Ratzow
Frau, Unternehmerin, erfolgreich. Das ist im tief patriarchalisch geprägten Indonesien keine Selbstverständlichkeit. Deshalb ist Sabrina Mustopo hier längst ein Vorbild. Die 33-Jährige hat vor fünf Jahren ihre eigene Firma in Jakarta gegründet. Sie lässt Edelschokolade herstellen. Obwohl Indonesien das weltweit drittgrößte Anbauland von Kakao ist, gibt es so gut wie keine einheimischen Kakaoprodukte. Das wollte die Unternehmerin, die einen Abschluss in Landwirtschaft und Ernährungswissenschaften der US-Elite-Uni Cornell hat, unbedingt ändern. Nach fünf Jahren hat sie inzwischen 50 Angestellte und arbeitet mit mehr als 200 Kakaobauern zusammen, produziert unter anderem Chili- und Pfefferschokolade für den Export. In nachhaltiger Produktion und Qualität sieht sie das Potenzial für die indonesische Wirtschaft und kämpft dabei gegen mangelnde Infrastruktur und Korruption im Land.

Frankreich: Polizei unter Druck

Autorin: Susanna Dörhage
Rund 65 Polizisten haben sich in Frankreich im vergangenen Jahr das Leben genommen. Die Serie islamistischer Terroranschläge, die das Land seit 2015 erlebt, hat den Druck auf die Polizisten enorm erhöht. Ein Bericht des französischen Parlaments spricht von einer schweren Krise bei den Sicherheitsbehörden. Die Polizei in Frankreich lebt seit fast vier Jahren im Ausnahmezustand. Für die Beamten sollen sich dadurch derzeit fast 22 Millionen Überstunden angehäuft haben. Durch Überarbeitung und mangelhafte Ausrüstung fühlen sich viele der Gewalt auf den Straßen nicht mehr gewachsen, so der Parlamentsbericht. Denn in den Vorstädten bei den Migranten gerate die Polizei immer stärker selbst ins Visier.

Belgien: Erfolg bei Organspenden

Autorin: Cornelia Kolden
Sieben bis acht Jahre wartet ein Patient in Deutschland durchschnittlich auf ein Organ für eine Transplantation. Für die meisten zu lange. Sie sterben, weil es zu wenig Spenderorgane gibt. Anders in Belgien, denn dort gilt seit 1986 jeder Bürger automatisch als Organspender. Wer das nicht will, muss dies seinen nächsten Angehörigen mitteilen oder besser noch das amtlich registrieren lassen. Mit diesem Gesetz gab es für Patienten sofort viel bessere Chancen, noch rechtzeitig ein Transplantat zu bekommen. Und davon profitierten auch andere Länder, mit denen Belgien über Eurotransplant zusammenarbeitet. Anders als in Deutschland haben die Belgier offenbar mehr Vertrauen in ihr System. Nur eine von vier Familien spricht sich gegen eine Organspende aus. Und das geht auch nur, wenn der Verstorbene es so gewünscht hat.

Türkei: Mütter-Proteste verboten

Autorin: Katharina Willinger
Zum 700. Mal wollte sich die Gruppe der "Samstagsmütter" am Galatasaray-Platz in Istanbul treffen. Sie demonstrieren hier wöchentlich gegen das Verschwinden ihrer Angehörigen in Polizei- oder Untersuchungshaft und fordern Aufklärung. Doch an diesem Tag wird das Treffen plötzlich verboten. Die Frauen kommen dennoch, zusammen mit Hunderten Unterstützern, darunter auch Abgeordnete der Oppositionsparteien HDP und CHP. Unter den Demonstrantinnen ist auch die 82-jährige Emine Ocak. Ihr Sohn Hasan, ein linker Aktivist, wurde 1995 bei schweren Auseinandersetzungen im Istanbuler Stadtviertel Gazi festgenommen. Wochen später wurde bekannt, dass er tot ist, vermutlich war er gefoltert worden. Die Hintergründe wurden nie aufgeklärt, wie in vielen Fällen, die die "Samstagsmütter" bewegen. Dass ihr Protest jetzt verboten wurde und Polizei mit Tränengas auf sie losging, hinterlässt die Frauen ratlos und wütend.



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