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Produktionsdatum
2018
NDR
Di., 23.10.
23:30 - 00:00


Bereits seit 1991 sind die Korrespondenten im Ausland unterwegs und berichten vor Ort vom Geschehen. Die Reportagen informieren detailliert über Hintergründe und decken nicht selten Missstände auf.

Thema:

Australien: offizielle Entschuldigung für Missbrauch

Autorin: Sandra Ratzow
Die australische Stadt Ballarat, früher eine Goldgräbersiedlung, ist heute Symbol für den bis in die 1990er-Jahre weit verbreiteten Missbrauch in Einrichtungen der katholischen Kirche in Australien. Gegen 17 Priester wird in Ballarat ermittelt, 196 Opfer haben sich bisher trotz des Stigmas gemeldet. Erst sieben Priester sind bisher verurteilt. "Es war die Hölle auf Erden. Zwölf Mitschüler aus meiner Klasse haben sich später umgebracht. Ich wusste, wenn ich nicht aus der Klasse genommen und missbraucht wurde, dann traf es einen anderen Jungen. Oft war ich dann richtig erleichtert, wenn er einen anderen Jungen mitgenommen hat. Es war einfach ein furchtbarer Ort", so beschreibt eines der Opfer sein Leben als Kind, das ihn noch heute schwer beeinträchtigt. Der australische Premierminister Scott Morrison will sich nun offiziell bei allen Opfern für den sexuellen Missbrauch von Kindern in staatlichen, kirchlichen und anderen Einrichtungen entschuldigen. Viele Opfer lehnen die "Nationale Entschuldigung" jedoch als unzureichend oder unbedeutend ab.

Großbritannien: die Rechtsradikalen im Aufwind

Autor: Gábor Halász
Tommy Robinson ist eine Ikone der rechten Szene in Großbritannien. Ein bereits mehrfach verurteilter Straftäter. Seine Botschaften sind rechtsextrem und rassistisch. Doch bei Facebook und YouTube verkleidet der verurteilte Straftäter diese modern. Aufmerksamkeit ist seine Währung. Vor laufender Kamera stellt er Menschen bloß, taucht vor Gerichten auf, aber nur dann, wenn Muslime angeklagt sind. Jetzt steht er selbst wieder vor Gericht. Und das bringt ihm und der rechten Szene in Großbritannien wieder die ersehnte Aufmerksamkeit.

Afghanistan: Wahlen unter Extrembedingungen

Autor: Peter Gerhardt
"Die biometrischen Geräte zur Kontrolle der Stimmabgabe haben nicht richtig funktioniert, an einigen gab es gar keine Geräte. Einige Namen von Wahlberechtigten erschienen gar nicht auf den Listen, überall gab es Probleme". So berichtet ein junger Wähler von der Parlamentswahl in Afghanistan. Terroranschläge und Gewalt überschatteten 17 Jahre nach dem Ende des Taliban-Regimes die Wahlen. Trotzdem gingen viele, vor allem viele junge Leute zur Wahl. Sie hoffen auf bessere Lebensbedingungen in Afghanistan und auf ein Ende von Krieg und Terror. So wie die 32-jährige Mariam Sulimankhail. Sie hat sich sogar als Kandidatin zur Wahl gestellt. Ob sie die Zukunft ihres Landes aus dem Parlament heraus gestalten kann, erfährt sie allerdings erst in einigen Wochen.

Brasilien: Stimmung gegen Transsexuelle

Autor: Matthias Ebert
Indianara Siqueira ist Brasiliens bekannteste Transsexuelle. Mehr als 20 Jahre lang schon kämpft Indianara für die Rechte von Brasiliens Transsexuellen. Doch jetzt im Wahlkampf spürt sie erstmals wieder Angst. Mitten in Rio de Janeiro leitet sie ein Heim für Transsexuelle. Ein Zufluchtsort für diejenigen, die ihre besondere Sexualität sonst nirgendwo offen ausleben können. Hier finden sonst Seminare statt und Nähkurse. Jetzt aber herrscht Sorge, wie es mit Brasilien weitergeht: "Die Bedrohungen, die wir in den 1980er-Jahren der Militärdiktatur erlebt haben, sind wieder da. Die Aggressionen, die Schläge, die Morde, die Rufe, dass man uns umbringen wolle. Jetzt, wo Jair Bolsonaro Präsident wird, kehrt die Barbarei zurück". Jair Bolsonaro, Brasiliens haushoher Favorit bei der Präsidentschaftswahl, äußert sich immer wieder rechtsextrem und hetzt ganz offen gegen Minderheiten wie Trans- und Homosexuelle. So krakeelt er im Wahlkampf: "Es kann nicht angehen, dass sich zwei Frauen oder Männer vor meinen Augen in einem Restaurant küssen. Die wollen Privilegien. Als hätten sie einen Sonderstatus. Ich sage mit Stolz, dass ich homophob bin". Anhänger des Kandidaten haben im Wahlkampf Minderheiten und politische Gegner bereits tätlich angegriffen.
Eritrea: Frieden mit Äthiopien
Autorin: Sabine Bohland
Vor wenigen Wochen haben Äthiopien und Eritrea einen Friedensvertrag unterzeichnet und damit einen jahrzehntelangen Krieg beendet. Ein Abkommen, in das viele Menschen in beiden Ländern große Hoffnungen setzen. Samuel Habte zum Beispiel, der in der Asmara, der Hauptstadt Eritreas, lebt. Zum ersten Mal trifft er seine Cousinen aus Äthiopien, mit ihnen will er das christlich-orthodoxe Meskelfest begehen. "Ich bin glücklich. Es fühlt sich an, als ob ein Teil meines Körpers, der amputiert war, nun wieder da ist", sagt er. An der Grenze machen die Ersten bereits gute Geschäfte mit dem neuen Frieden. Fliegende Händler kaufen und verkaufen vor allem Weizenmehl und Nudeln. Auf der anderen Seite in Äthiopien freuen sie sich, dass sie mit dem Friedensvertrag endlich auch Zugang zu einem eritreischen Hafen haben und auf diesem Weg ihre Exportwaren umschlagen können. Auch wenn der lange Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien tiefe Wunden geschlagen hat, hoffen jetzt viele auf den Frieden. Sabine Bohland berichtet über die Hoffnung der Menschen in Eritrea.



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