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Produktionsdatum
2018
NDR
Do., 29.11.
02:00 - 02:30


Bereits seit 1991 sind die Korrespondenten im Ausland unterwegs und berichten vor Ort vom Geschehen. Die Reportagen informieren detailliert über Hintergründe und decken nicht selten Missstände auf.

Thema:

Taiwan: Lernen, bis die Augen streiken

Eine Reportage von Annette Dittert (ARD-Studio Peking)
Anders als auf dem chinesischen Festland werden in Taiwan noch immer die komplizierten, alten Schriftzeichen unterrichtet. Winzige Details unterscheiden sie voneinander. Viele Stunden täglich beugen sich Taiwans Kinder und Jugendliche über ihre Bücher und Hefte und verderben damit ihre Augen. 90 % der Taiwanesen sind kurzsichtig, wenn sie die Schule verlassen. Wer nichts dagegen unternimmt, kann sogar erblinden. Eine Schuldirektorin findet das alarmierend und versucht gegenzusteuern. Mehr Licht, mehr Luft und öfter in die Weite blicken, sind einfache Rezepte gegen schlechte Augen. Doch wer sie durchzusetzen will, muss an vielen Fronten kämpfen.

"Mr. Stop Brexit" - Der tägliche Protest gegen den Brexit

Autorin: Julie Kurz
Unermüdlich kämpft Steve Bray gegen den Brexit. Ganz in Europa-blau gehüllt, mit EU-Zylinder und Protestschildern bewaffnet schiebt sich der 49-Jährige vor jede laufende Fernsehkamera im Mediengewimmel Westminsters. Beinahe täglich flimmert sein Protest über die Mattscheiben der Nation. Mahnend fragen seine Schilder "Brexit - ist es das wirklich wert?" und untermalt vom Glockenklang des Big Ben schreit er sein schallendes "Stop Brexit" in die Gewissen der Briten.

Mexiko: Gestrandet in Tijuana

Autor: Thomas Schneider
Der 23-jährige Student Marlon Cáceres protestierte mit anderen Studenten gegen die Regierung seiner Heimat Nicaragua. Dabei wurde er von Paramilitärs angeschossen. Er hatte Glück, dass die Kugel nur seinen Arm traf. Danach floh er aus seiner Heimat, machte sich auf den Weg nach Norden und wurde einer von vielen in der sogenannten Karawane. Tausende Kilometer quer durch Mexico, fast immer zu Fuß. Bis in die Grenzstadt Tijuana an den Zaun, der Mexiko von den USA trennt. Der Weg über die Brücke in die USA wäre die Belohnung. Doch die wenigen Asylbewerber, die die US-Behörden täglich zum Interview empfangen, müssen oft für Monate in einer Art Internierungslager bleiben, bis über ihren Antrag entschieden wird. Als am Wochenende einige nicht länger warten wollten und versuchten, den Grenzzaun zu durchbrechen, drängten die US-Soldaten sie mit Tränengas zurück. Die Lage in Tijuana ist angespannt.

Argentinien: G20-Gipfel im Krisenland

Autor: Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro
In Avellaneda, einem Außenbezirk von Buenos Aires, stehen Zelte mit Protestplakaten vor dem Werkstor der Kühlschrankfabrik Siam. Die 29-jährige Claudia Vercellino und ihre 20 Kollegen haben das Gelände ihres alten Arbeitgebers besetzt. Das Land, das einst zu den reichsten der Welt zählte, erlebt die schlimmste Krise seit dem Staatsbankrott 2001. Die Inflation galoppiert und der Peso verliert dramatisch an Wert. Gleichzeitig sind die Preise für die Argentinier schlagartig gestiegen, seit Präsident Mauricio Macri die Subventionen für Strom, Wasser und Gas gestrichen hat. Damit bringt er viele seiner Wähler gegen sich auf. Kurz bevor Macri nun beim G20- Gipfel Donald Trump und Angela Merkel begrüßen wird, steht er in seinem eigenen Land extrem unter Druck. Dabei ist, neben dem argentinischen Haushaltsdefizit, Trumps "America First"- Politik ein Auslöser für die Krise, die Investoren Gelder aus Schwellenländern wie Argentinien und der Türkei abziehen lässt. Für den 28-jährigen Juan Martin Rinalid ist all dies kein Ärgernis. Der junge Investmentspezialist profitiert sogar von der Krise, während hunderttausende seiner Landsleute in die Armut abrutschen.

Ägypten: Islamisten gegen orientalische Tradition

Autor: Alexaner Stenzel
Kaum noch etwas an Amie Sultan erinnert an ihre erste Karriere als ausgebildete Ballerina. Als sie auf Tournee eine ägyptische Bauchtanz-Show sah, war sie sofort fasziniert von der Schönheit des Bauchtanzes. Sie wechselte sie das Fach. Heute ist Amie Sultan ist auf Hochzeiten und in Luxushotels sehr gefragt. Ihr großes Vorbild ist Samia Gamal aus den 1950ern, die damals ein Superstar war. Amie möchte diese orientalische Tradition fortsetzen. Doch Islamisten feinden sie an. Selbsternannte Tugendwächter haben den sinnlichen Tanz sexualisiert, ihn in das Reich des Unmoralischen verbannt. "Ich habe viele Drohungen online erhalten. Besonders als ich anfing waren es viele, jetzt sind es weniger. Aber als ich anfing bekam ich viele Drohungen, aber ich habe weitergemacht."
Viele andere Frauen, die keine Stars im Bauchtanz-Metier sind, müssen ein Doppelleben führen. Niemand darf erfahren, dass sie ihr Geld mit Bauchtanz verdienen.



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