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Produktionsdatum
2018
NDR
Di., 18.06.
23:30 - 00:00


Bereits seit 1991 sind die Korrespondenten im Ausland unterwegs und berichten vor Ort vom Geschehen. Die Reportagen informieren detailliert über Hintergründe und decken nicht selten Missstände auf.

Thema:

China: Massenproteste in Hongkong dauern an

Autor: Mario Schmidt
Hunderttausende Menschen demonstrieren seit einiger Zeit in Hongkong gegen die Regierung. Die Polizei hielt sich aktuell in ihrem Vorgehen zurück: Statt, wie vor ein paar Tagen, mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vorzugehen, baten sie um Kooperation. Viele Menschen in Hongkong haben Angst, dass Chinas Würgegriff immer enger wird. Noch genießt Hongkong einen Sonderstatus. Im Gegensatz zu Festlandchina gelten in Hongkong noch Presse-und Meinungs- sowie Versammlungsfreiheit.

Norwegen: Kampf gegen Kreuzfahrtschiffe

Autor: Christian Stichler
Im Tourismus werden immer wieder neue Rekorde aufgestellt. Inzwischen reisen jährlich über eine Milliarde Menschen in andere Länder. Darunter leiden sowohl viele Einheimische in den Reiseländern als auch die Umwelt. Widerstand regt sich jetzt in der norwegischen Hafenstadt Bergen. Dort dürfen seit 2018 täglich nur noch drei Kreuzfahrtschiffe mit insgesamt 8.000 Passagieren anlegen. Und ab 2026 sollen alle Schiffe verbannt werden, die keinen umweltfreundlichen Antrieb mit Strom oder Wasserstoff aufweisen können. Der Tourismusverband befürchtet den Rückgang der Gästezahlen, etliche Bewohner sorgen sich um Umsätze und Arbeitsplätze. Wie gehen die Norweger mit dem Interessenkonflikt um?

Kambodscha: Textilarbeiter ohne Chance

Autorin: Sandra Ratzow
Kambodscha, eines der ärmsten Länder der Welt, ist auf die Textilbranche angewiesen. Die EU ist dabei der weltweit größte Abnehmer. Akkordarbeit in unsicheren, überhitzten Hallen, bei giftigen Dämpfen und mit brüllenden Vorarbeitern waren lange Zeit die Norm. Und noch immer scheint zu gelten: Wer streikt oder versucht, sich gewerkschaftlich zu organisieren, riskiert, weggesperrt zu werden. Ein Filmteam war vor Ort, um herauszufinden, was sich in den vergangenen Jahren bewegt hat. Es hat eine Textilarbeiterin begleitet, die seit mehr als 17 Jahren als Näherin arbeitet und kaum Verbesserungen sieht.
Obwohl die Löhne inzwischen gestiegen sind, bleibt auch ihr in Kambodscha bei einem Stundenlohn von 0,83 Euro kaum genug, um zu überleben. Außerdem wird der Druck mit jeder Lohnerhöhung immer größer, noch mehr Teile in derselben Zeit produzieren zu müssen.

Südafrika: Land ohne Väter

Autor: Thomas Denzel
Die 35-jährige arbeitslose Sandra Malinga aus Pretoria kümmert sich ganz allein um ihre beiden Kinder. Beide Väter sind einfach verschwunden. Eine typische Situation in Südafrika, hier wachsen 62 Prozent aller Kinder ohne Vater auf. Nur in zehn Prozent der Fälle, weil der Vater verstorben ist. Über die Gründe der Abwesenheit der anderen Väter lässt sich nur spekulieren. Johan Fourie, Wirtschaftswissenschaftler an der Universität in Stellenbosch, vermutet Armut und Stammestraditionen als Ursachen. "Vor allem Frauen vom Stamm der Zulu sind meist unverheiratet. Die Familien der Frauen verlangen traditionell einen Brautpreis, der meist noch in Kühen bezahlt werden muss. Und der ist für die oft mittellosen Väter meist unbezahlbar", sagt er. Viele der südafrikanischen Mütter geben übrigens bei der Geburt den Vater gar nicht erst an, vermutlich weil sie wissen, dass er mit dem Kind ohnehin nichts zu tun haben will. Für Sandra Malinga gab es nur eine Lösung: Sie ist wieder bei ihren Eltern eingezogen. So wie auch einige ihrer Geschwister und deren Kinder. In einer einfachen Hütte leben sie jetzt mit zwölf Personen.

Indien: Hitzewelle und Wassermangel

Autorin: Sibylle Licht
Red Hill Lake ist eines von vier Wasserreservoirs für die Metropole Chennai mit sieben Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern im Süden Indiens. Alle Reservoirs sind so gut wie ausgetrocknet, der Boden ist staubtrocken. Nicht einmal ein Prozent Wasser sind in den Rückhaltebecken verblieben. Die Wasserversorgung von Chennai ist zusammengebrochen. Chennai hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der größten Industriestandorte Indiens entwickelt. Die Stadt hat natürliche Wasserquellen zugeschüttet, damit Gewerbe- und Wohngebiete entstehen konnten. Durch Chennai fließen mehrere Flüsse. Einer wird gerade so umgebaut, dass eine weitere Autospur für den Verkehr im Flussbett entsteht. Die Wasserqualität ist miserabel. Alle Flüsse Chennais gleichen Kloaken. Für die Bauern in der Region eine Katastrophe, berichtet Landwirtin Murugamman: "Wir brauchen Regen für die Ernte und für uns. Wir haben kein Wasser, auch nicht zum Trinken. Die Situation ist eine Katastrophe."



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