Weltreisen

Natur+Reisen, Stadtbild
Weltreisen

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
NDR
Sa., 03.11.
12:15 - 12:45


Die Inder selbst beschreiben ihr Land gerne in Superlativen: höchstes Wirtschaftswachstum weltweit, bald das bevölkerungsreichste Land der Erde, heute schon die jüngste Bevölkerung. Das Land verändert sich rasant. Aufbruch ist allenthalben spürbar. Eine junge, kreative Mittelschicht hat sich etabliert. Sie ist bestens ausgebildet und weltweit vernetzt. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher als in Indiens Megametropole Mumbai. Schnell erkennt man einen weiteren Superlativ, den das aufstrebende Land gerne vergessen machen möchte: Indien hat auch die krassesten Gegensätze. Im Schatten des neuen, schicken Mumbai ist einer der größten Slums Asiens entstanden. Hunderttausende Menschen leben in großer Armut. Doch auch hier ist Aufbruch spürbar. Kleine Betriebe sprießen aus dem Boden, Initiativen aus der Mitte des Slums kämpfen für ein besseres Leben. Die Reportage des ARD-Korrespondenten Peter Gerhardt zeigt beide Seiten der indischen Megastadt. So begleitet er dafür die junge DJane MissyK, die sich aus einfachen Verhältnissen einen Platz im glamourösen Nachtleben erarbeitet hat. Sie sagt, als junge Frau müsse sie besser arbeiten als Männer. Denn die indische Gesellschaft ist von Männern dominiert. Unterstützt wird MissyK von ihrem Produzenten Manu. Er verbindet indische Traditionen mit westlichem Lebensstil. Mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt er in einem religiösen Stadtviertel, in dem vegetarisches Essen Pflicht ist. Auch Manu ist gläubig, doch alltägliche Gängelung ist ihm zu viel. Nur ein paar Kilometer weiter, in Dharavi, haben die Menschen mit der Glitzerwelt Mumbais nichts zu tun, nicht einmal mit dem aufstrebenden Mittelstand. Die Menschen hier sind vollauf damit beschäftigt, sich das tägliche Überleben zu sichern. Die 53 Jahre alte Ram Dulari haust mit ihren drei Kindern und einem Cousin in einem einzigen Zimmer, kaum zehn Quadratmeter groß. Hier arbeiten sie auch. Im Akkord produziert die Familie Modeschmuck. Die sanitären Bedingungen in Dharavi sind katastrophal, ein Problem vor allem für Frauen. Deshalb haben sich einige zusammengetan, Abhilfe zu schaffen. In einem kleinen Laden produzieren sie preiswerte Damenbinden. So etwas konnten sich die wenigsten Frauen bislang leisten. Um Werbung für ihre kleine Firma zu machen, haben die Frauen jetzt den Musikproduzenten Manu angesprochen, ein Video für sie herzustellen. Für dieses Projekt kommt Manu zum ersten Mal nach Dharavi. Die Reportage zeigt das moderne Indien, das sich gern als aufstrebende Weltmacht sieht, und auch das Elend, das in einer Parallelwelt daneben existiert. Nur langsam nähern sich die beiden Welten an. Zum einen durch sozialen Aufstieg, zum anderen durch einen langsam erwachenden Bürgersinn. Wie unter einem Brennglas lässt sich das in Mumbai beobachten. Erstaunliche Einblicke in einer der faszinierendsten Städte der Welt.

Thema:

Megacity Mumbai

Die Inder selbst beschreiben ihr Land gerne in Superlativen: höchstes Wirtschaftswachstum weltweit, bald das bevölkerungsreichste Land der Erde, heute schon die jüngste Bevölkerung. Das Land verändert sich rasant. Aufbruch ist allenthalben spürbar. Eine junge, kreative Mittelschicht hat sich etabliert. Sie ist bestens ausgebildet und weltweit vernetzt. Nirgendwo zeigt sich das deutlicher als in Indiens Megametropole Mumbai. Schnell erkennt man einen weiteren Superlativ, den das aufstrebende Land gerne vergessen machen möchte: Indien hat auch die krassesten Gegensätze. Im Schatten des neuen, schicken Mumbai ist einer der größten Slums Asiens entstanden. Hunderttausende Menschen leben in großer Armut. Doch auch hier ist Aufbruch spürbar. Kleine Betriebe sprießen aus dem Boden, Initiativen aus der Mitte des Slums kämpfen für ein besseres Leben. Die Reportage des ARD-Korrespondenten Peter Gerhardt zeigt beide Seiten der indischen Megastadt. So begleitet er dafür die junge DJane MissyK, die sich aus einfachen Verhältnissen einen Platz im glamourösen Nachtleben erarbeitet hat. Sie sagt, als junge Frau müsse sie besser arbeiten als Männer. Denn die indische Gesellschaft ist von Männern dominiert. Unterstützt wird MissyK von ihrem Produzenten Manu. Er verbindet indische Traditionen mit westlichem Lebensstil. Mit seiner Frau und den beiden Kindern lebt er in einem religiösen Stadtviertel, in dem vegetarisches Essen Pflicht ist. Auch Manu ist gläubig, doch alltägliche Gängelung ist ihm zu viel. Nur ein paar Kilometer weiter, in Dharavi, haben die Menschen mit der Glitzerwelt Mumbais nichts zu tun, nicht einmal mit dem aufstrebenden Mittelstand. Die Menschen hier sind vollauf damit beschäftigt, sich das tägliche Überleben zu sichern. Die 53 Jahre alte Ram Dulari haust mit ihren drei Kindern und einem Cousin in einem einzigen Zimmer, kaum zehn Quadratmeter groß. Hier arbeiten sie auch. Im Akkord produziert die Familie Modeschmuck. Die sanitären Bedingungen in Dharavi sind katastrophal, ein Problem vor allem für Frauen. Deshalb haben sich einige zusammengetan, Abhilfe zu schaffen. In einem kleinen Laden produzieren sie preiswerte Damenbinden. So etwas konnten sich die wenigsten Frauen bislang leisten. Um Werbung für ihre kleine Firma zu machen, haben die Frauen jetzt den Musikproduzenten Manu angesprochen, ein Video für sie herzustellen. Für dieses Projekt kommt Manu zum ersten Mal nach Dharavi. Die Reportage zeigt das moderne Indien, das sich gern als aufstrebende Weltmacht sieht, und auch das Elend, das in einer Parallelwelt daneben existiert. Nur langsam nähern sich die beiden Welten an. Zum einen durch sozialen Aufstieg, zum anderen durch einen langsam erwachenden Bürgersinn. Wie unter einem Brennglas lässt sich das in Mumbai beobachten. Erstaunliche Einblicke in einer der faszinierendsten Städte der Welt.



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