Weltreisen

Der Great Wall Marathon, einer der härtesten Marathons der Welt. In Huangyaguan, einem Mauerstück nahe Peking. Vergrößern
Der Great Wall Marathon, einer der härtesten Marathons der Welt. In Huangyaguan, einem Mauerstück nahe Peking.
Fotoquelle: NDR/GreatWall Marathon/AlbatrosTravel
Report, Auslandsreportage
Weltreisen

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
NDR
Sa., 24.11.
12:15 - 12:45


Für viele Chinesen ist die Chinesische Mauer immer noch ein Zeichen der Stärke Chinas. Ein Bollwerk nach außen und ein Symbol der Einheit nach innen. Es stimmt zwar nicht, dass man die Chinesische Mauer vom Weltall aus sehen kann, aber dennoch ist sie das längste von Menschenhand erschaffene Bauwerk der Erde. Schon vor fast 3.000 Jahren wurde mit dem Bau begonnen, verschiedene Dynastien errichteten seitdem unterschiedliche Teilstücke, Tausende von Kilometern lang. Die Chinesische Mauer ist ein Mythos, der nicht nur Touristen anzieht, sondern auch in China noch heute Symbolkraft hat. Wie wichtig ist den Menschen in China die Mauer noch? Durch staatliche Finanzierung wird sie ständig restauriert. Bei Peking steht ein 600 Kilometer langer Abschnitt, der größtenteils in einem guten Zustand ist. Dennoch sind die meisten Teile der Mauer stark beschädigt, manche fast schon verschwunden. Noch nicht einmal zehn Prozent von ihr sind erhalten. ARD-Korrespondentin Sascha Storfner hat sich für diese Reportage auf die Suche gemacht: nach den unbekannten, noch existierenden Mauerstücken und den Menschen, die dort leben. Ganz im Osten Chinas reichte die Mauer ursprünglich bis nach Pjöngjang in Nordkorea. In der Grenzstadt Dandong wurde ein Stück restauriert. Von hier aus kann man über den Grenzfluss Yalu hinüber nach Nordkorea schauen. Für viele, die zur koreanischen Minderheit in China gehören, ein schmerzhafter Blick, denn sie haben noch Verwandte in Nordkorea. Aber sie sind ausgesperrt. An der Mauer bei Peking startet einer der härtesten Marathons der Welt. 5.000 Läufer aus aller Welt quälen sich treppauf, treppab, über die Mauer. Der Verteidigungswall als Kick für Extremsportler, wie zum Zeichen dafür, dass Abschottung nichts bringt, sondern nur globale Öffnung. Die Chinesen aus dem Dorf am Fuße der Mauer freuen sich jedes Jahr wieder über die "schnellen Ausländer" und feuern sie an. Vor allem vor den Reitervölkern aus dem Norden sollte die Mauer in den vergangenen Jahrtausenden schützen. Heute verkehrte Welt: In der Inneren Mongolei gehören zwei junge Mongolen, Nachfahren der Nomaden aus dem Norden, zur Mauerpatrouille und bewachen das, was von ihr übrig blieb: einen Grashügel! Der Weg der Mauer führt durch insgesamt 15 Provinzen und autonome Gebiete in China, ans Meer, durch Berge, endlose Weiten und am Gelben Fluss entlang. Je nach Gebiet besteht die Mauer aus unterschiedlichen Materialien: Stein, Lehm, mit Reis-"Kleber" gemischt, Felsbrocken, Erde. Am Ende bleiben von der Mauer im Nordwesten Chinas nur noch Felsbrocken in der Wüste. Im Gebirge fallen sie gar nicht auf. Die Idee des Bollwerks wirkt brüchig.

Thema:

Chinas unbekannte Mauer

Für viele Chinesen ist die Chinesische Mauer immer noch ein Zeichen der Stärke Chinas. Ein Bollwerk nach außen und ein Symbol der Einheit nach innen. Es stimmt zwar nicht, dass man die Chinesische Mauer vom Weltall aus sehen kann, aber dennoch ist sie das längste von Menschenhand erschaffene Bauwerk der Erde. Schon vor fast 3.000 Jahren wurde mit dem Bau begonnen, verschiedene Dynastien errichteten seitdem unterschiedliche Teilstücke, Tausende von Kilometern lang. Die Chinesische Mauer ist ein Mythos, der nicht nur Touristen anzieht, sondern auch in China noch heute Symbolkraft hat. Wie wichtig ist den Menschen in China die Mauer noch? Durch staatliche Finanzierung wird sie ständig restauriert. Bei Peking steht ein 600 Kilometer langer Abschnitt, der größtenteils in einem guten Zustand ist. Dennoch sind die meisten Teile der Mauer stark beschädigt, manche fast schon verschwunden. Noch nicht einmal zehn Prozent von ihr sind erhalten. ARD-Korrespondentin Sascha Storfner hat sich für diese Reportage auf die Suche gemacht: nach den unbekannten, noch existierenden Mauerstücken und den Menschen, die dort leben. Ganz im Osten Chinas reichte die Mauer ursprünglich bis nach Pjöngjang in Nordkorea. In der Grenzstadt Dandong wurde ein Stück restauriert. Von hier aus kann man über den Grenzfluss Yalu hinüber nach Nordkorea schauen. Für viele, die zur koreanischen Minderheit in China gehören, ein schmerzhafter Blick, denn sie haben noch Verwandte in Nordkorea. Aber sie sind ausgesperrt. An der Mauer bei Peking startet einer der härtesten Marathons der Welt. 5.000 Läufer aus aller Welt quälen sich treppauf, treppab, über die Mauer. Der Verteidigungswall als Kick für Extremsportler, wie zum Zeichen dafür, dass Abschottung nichts bringt, sondern nur globale Öffnung. Die Chinesen aus dem Dorf am Fuße der Mauer freuen sich jedes Jahr wieder über die "schnellen Ausländer" und feuern sie an. Vor allem vor den Reitervölkern aus dem Norden sollte die Mauer in den vergangenen Jahrtausenden schützen. Heute verkehrte Welt: In der Inneren Mongolei gehören zwei junge Mongolen, Nachfahren der Nomaden aus dem Norden, zur Mauerpatrouille und bewachen das, was von ihr übrig blieb: einen Grashügel! Der Weg der Mauer führt durch insgesamt 15 Provinzen und autonome Gebiete in China, ans Meer, durch Berge, endlose Weiten und am Gelben Fluss entlang. Je nach Gebiet besteht die Mauer aus unterschiedlichen Materialien: Stein, Lehm, mit Reis-"Kleber" gemischt, Felsbrocken, Erde. Am Ende bleiben von der Mauer im Nordwesten Chinas nur noch Felsbrocken in der Wüste. Im Gebirge fallen sie gar nicht auf. Die Idee des Bollwerks wirkt brüchig.



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