Weltreisen

  • Groß wie ein Meer: Estlands stiller Peipussee. Vergrößern
    Groß wie ein Meer: Estlands stiller Peipussee.
    Fotoquelle: © NDR/Karina Schwerdtfeger
  • Ein Sommertraum: Landidyll im Dorf am Peipussee. Vergrößern
    Ein Sommertraum: Landidyll im Dorf am Peipussee.
    Fotoquelle: © NDR/Karina Schwerdtfeger
  • Estlands stiller Peipussee. Vergrößern
    Estlands stiller Peipussee.
    Fotoquelle: © NDR/Karina Schwerdtfeger
  • Estlands stiller Peipussee. Vergrößern
    Estlands stiller Peipussee.
    Fotoquelle: © NDR/Karina Schwerdtfeger
Natur + Reisen, Land + Leute
Weltreisen

Infos
Originaltitel
Weltreisen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2012
NDR
Sa., 11.04.
12:45 - 13:15


Der Peipussee in Estland ist einer der größten Seen Europas. Achtmal größer als der Bodensee wirkt er wie ein kleines Meer. Die östliche Hälfte gehört zu Russland, die westliche zu Estland. Bei den Menschen in Estland spielt der See eine besondere Rolle. Clas Oliver Richter und ein Team reisen am Ufer des Peipussees durch den estnischen Sommer. Besonders das Nordufer hat es den wenigen Touristen angetan. Hier liegen kilometerlange Sandstrände, gesäumt von knorrigen, windgebeugten Kiefernwäldern. Der berühmte "singende Sand" entsteht in den Dünen des Nordufers, wenn der Wind den Sand zum Schwingen und Fließen bringt. Fischer Margus Narusing achtet nicht auf das Naturphänomen. Seine Aufgabe erfordert Konzentration, sein Auge gilt dem Fang von Hechten und Lachs. Die Ausbeute für die teuren Lokale in der Hauptstadt wird immer geringer. Und natürlich muss er darauf achten, dass er der Grenze zu Russland nicht zu nahe kommt. Das könnte gefährlich werden. Der Reiz des ruhigen Westufers erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Ein weiter Schilfgürtel schützt das Gewässer und die dort lebenden Tiere. Gelegentlich unterbrechen steile rote Sandkliffs die sanfte Küstenlinie. Hier liegen die vielen traditionellen Dörfer, deren Bewohner sich immer noch vom Zwiebelanbau und Fischfang ernähren. Früher haben die Erträge aus den Gärten am Peipussee das Gebiet von Helsinki und Petersburg bis hin nach Riga mit Zwiebeln versorgt. Immer noch säumen bunte Fischerhäuschen das Ufer, am Straßenrand türmen sich große Haufen Brennholz. An die Wände der Holzhäuser sind Fische zum Trocknen angenagelt. Grob mit Salz eingerieben sind sie eine Delikatesse, aber sehr geruchsintensiv. Bis vor wenigen Jahren war diese Gegend von Fremden noch nicht entdeckt. Jetzt entwickelt sich der Tourismus. Klawdya Baljaba ist die Gemeindeälteste im Dorf. In dieser Gegend leben seit Jahrhunderten die russischstämmigen orthodoxen Altgläubigen. Vor 350 Jahren flohen sie vor einem reformwilligen Patriarchen aus Russland und ließen sich auf der Nord- und Westseite des Peipussees nieder. Heutzutage leben 15.000 Altgläubige in Estland. Das Filmteam wurde nicht nur in die Kirche eingeladen, sondern durfte auch das russische Mittsommerfest mitfeiern, das bei den Altorthodoxen erst im Juli begangen wird. Eine ganz andere Welt. Es ist ein ruhiges Leben am Peipussee. Der See liegt meist still und glänzend. Die Ruhe hat sich hier noch bewahren können, vielleicht auch, weil sie für die Touristen so wichtig ist. Wer hierher kommt, sucht nicht den Trubel. Am schönsten lässt sich sich die Gegend mit dem Fahrrad erkunden. Das weiß auch Hans aus Holland, der mit Radtouren, holländischen Pfannkuchen und viel Begeisterung versucht, sich im idyllischen Ort Nina eine Existenz aufzubauen. Aber die Ruhe trügt: So nah an der Grenze zum großen russischen Nachbarn trainieren auch Bürgerwehren in Tarnkleidung, um ihre Heimat im Ernstfall schützen zu können. Denn seit den Ereignissen in der Ukraine sind die Menschen hier wachsam.

Thema:

Thema: Estlands stiller Peipussee



Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

Phoenix Der Rhein sprudelt als junger Wildstrom durch vier Alpenländer.

Frühling auf dem jungen Rhein

Natur + Reisen | 11.04.2020 | 12:45 - 13:00 Uhr
/500
Lesermeinung
Spiegel Geschichte Amerika von oben

Amerika von oben - 24h Los Angeles

Natur + Reisen | 11.04.2020 | 16:00 - 16:45 Uhr
/500
Lesermeinung
MDR 30 Uhr. Die romantische Landschaft Sächsische Schweiz erstreckt sich links und rechts der Elbe zwischen Pirna und der tschechischen Grenze.

Die Sächsische Schweiz - Biwak nonstop

Natur + Reisen | 12.04.2020 | 05:55 - 06:10 Uhr
/500
Lesermeinung
News
14 Paare sind angetreten, um sich bei "Let's Dance" 2020 den Titel zu holen. Jede Woche muss ein Paar die Show verlassen. Wir zeigen Ihnen die Tanzpaare.

Die Tanzshow "Let's Dance" ist für RTL ein verlässlicher Quotenbringer. Auch 2020 gibt es wieder ein…  Mehr

Lange Zeit herrschte die Auffassung, dass die Erde der Mittelpunkt des Weltalls ist und sich alles um sie dreht. Doch dann fand Kopernikus heraus, dass dem nicht so ist. Die dreiteilige Dokumentation "Unser Universum" auf ARTE zeigt, wie sich die Sichtweise auf die Erde und ihre Umgebung in den letzten Jahrzehnten veränderte.

Wie blickten die Menschen früher in den Himmel, welche Theorien hatten sie zum Universum und der Erd…  Mehr

Veronika (Tanja Wedhorn) und Piet (Heino Ferch) haben etwas nachzuholen. Noch einmal trampen sie, wie damals, nach Venedig.

Piet, der Börsenguru, und Vero, die Kunsthändlerin, treffen sich viele Jahre nach ihrer Liebelei per…  Mehr

Nach über 17 Jahren beendet Senta Berger das Kapitel "Unter Verdacht". In "Evas letzter Gang" spielt sie zum letzten Mal die Münchner Kriminalrätin Prohacek.

Nach über 17 Jahren schließt das ZDF die Akte "Unter Verdacht". Senta Berger und ihr Team bekommen e…  Mehr

Warum die "Lindenstraße" ein derartiger Dauerbrenner werden konnte, liegt für Marie-Luise Marjan (79) auf der Hand: "Sie ging immer mit der Zeit - auch wenn einem manche das Gegenteil weismachen wollen", erklärt die "Mutter Beimer"-Darstellerin, die seit der ersten Folge vom Dezember 1985 mit von der Partie ist. "Nie zuvor wurden Leben und Alltag im Fernsehen so realitätsnah erzählt."

Viele der Schauspieler der "Lindenstraße" sind mit der ARD-Serie groß oder alt geworden. Auch für si…  Mehr