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So., 16.09.
19:20 - 20:00


Auslandskorrespondenten berichten

Thema:

Niederlande - Hungersnot im Paradies

Wildpferde, Rothirsche und Heckrinder verhungern Jahr für Jahr. Im letzten Winter waren es 3200 Tiere. Im niederländischen Naturschutzgebiet Oostvaardersplassen werden seit mehr als 20 Jahren Pflanzen und Tiere sich selbst überlassen, mit verheerenden Folgen. Da sich die Herden stetig vermehren, finden sie nicht mehr genug Nahrung. Tierschützer kämpfen deshalb für eine Umsiedlung der Tiere, suchen Asyl für die Herden in Europa. Die Forstverwaltung dagegen kann die Aufregung nicht verstehen: Ein Naturschutzgebiet bestimme die ökologische Belastbarkeit selbst, wer am klügsten mit dem Futter umgehe, überlebe. (Autor: Markus Preiß/ARD Studio Brüssel)

Jemen - Die größte humanitäre Katastrophe

Die Friedensgespräche in Genf sind erneut gescheitert. Leid und Elend im Jemen werden nicht gestoppt. Die Leidtragenden dieses gnadenlosen Krieges sind Zivilisten, vor allem Kinder. In den städtischen Kliniken gibt es längst nicht mehr genug Betten für alle, Medikamente fehlen. Der August 2018 soll der tödlichste Monat seit Ausbruch des Konflikts gewesen sein. 981 Menschen sind ums Leben gekommen, ein Drittel waren Kinder. Aktuell konnte ein ARD-Team im Norden des Jemen, in der bergigen Provinz Sadah drehen. Eine Spur der Verwüstung durchzieht dort Dörfer und Städte. Es ist das Kernland der Huthi-Rebellen. In der Provinzhauptstadt sollen noch immer einige ihrer Anführer leben. Bis zu 80 Luftangriffe täglich haben ganze Viertel verwüstet. Das aber habe die Moral der Kämpfer nur gestärkt, erklärt der Armeesprecher trotzig. (Autor: Daniel Hechler/ARD Studio Kairo)

Mexiko - Der unheimliche Jahrestag

Heute vor einem Jahr: Gerade noch gab es große Evakuierungsübungen in allen öffentlichen Gebäuden, wie jedes Jahr am 19. September, dem Jahrestag des Jahrhundertbebens von 1989, als Tausende ihr Leben verloren. Am selben Tag, 32 Jahre später, bebte die Erde wieder. 369 Menschen sterben, viele verlieren ihr Zuhause. Doch aus Panik und Fassungslosigkeit wird schnell Hilfe. Kaum lässt das Beben nach, Rauchschwaden hängen noch über der Skyline, laufen Menschen zusammen, um Steine zu räumen und Leben zu retten. Was bleibt: eine große Wunde und eine neue Gemeinschaft. Ein Jahr später hat sich das Leben von Opfern und Rettern bis heute nachhaltig verändert. (Autorin: Xenia Böttcher/ARD Studio Mexiko)

Frankreich - Frischer Wind im alten Roubaix

Marie und ihr Freund Jaques schauen sich alles sehr genau an. Das junge Paar sucht ein Haus, ausgerechnet in der alten Industriestadt Roubaix, rund 250 Kilometer von Paris entfernt. Es ist still hier auf den Straßen, die Arbeitslosigkeit mit 30 Prozent hoch, Reichtum und Pracht sind Vergangenheit. Gerade deshalb haben junge Paare hier eine Chance. Das neue Haus mit Garten soll nur einen Euro kosten. Roubaix leitet den Wandel ein. Erste neue Arbeitsplätze in der Textilbranche sind geschaffen, auf der Abschluss-Schau der Hochschule für Mode sind Interessenten aus Paris, Moskau und New York angereist. Die Arbeiterstadt schlüpft in ein neues Outfit. In Roubaix hat die Zukunft begonnen. (Autorin: Sabine Rau/ARD Studio Paris)

Peru - Dank an die Spender

Sie hat die "Weltspiegel"-Zuschauer tief berührt: La Vieja, wie sie genannt werden will, mit 93 Jahren wohl die älteste Fußballtrainerin der Welt. Im Juni hatte der "Weltspiegel" über la Vieja in Peru berichtet. Die rüstige Sportlerin sagte damals, sie selbst brauche nichts, aber es schmerzte sie, dass ihre Jungs keine Trikots hätten. Dank der immensen Spendenbereitschaft der Zuschauer und auch des Vereins Borussia Dortmund hat sich das geändert. ARD-Korrespondent Matthias Ebert konnte jetzt viele Pakete mit Trikots, Schuhen, Bällen, Torwarthandschuhen usw. der fitten Peruanerin überreichen. Die konnte ihr Glück kaum fassen und war erstmal sprachlos. (Autor: Matthias Ebert/ARD Studio Rio de Janeiro)



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