Wenn die Sonne still steht - Kepler, Galilei und der Himmel

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    Wolfram Berger (als Galileo Galilei)
    Fotoquelle: ZDF/ORF/laufbild/Algis Dinst
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    Jörg Stelling (als Johannes Kepler)
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Report, Astronomie
Wenn die Sonne still steht - Kepler, Galilei und der Himmel

Infos
Produktionsland
Österreich
3sat
Sa., 26.01.
10:35 - 11:35


Vor 400 Jahren öffnete Galileo Galilei mit einem Teleskop das Fenster zum Himmel. Johannes Kepler veröffentlichte 1609 seine "Astronomia Nova" und beschrieb damit unser Sonnensystem neu. Die Dokumentation erzählt von der kaum bekannten und seltsamen Beziehung der beiden weltberühmten Forscher. Eine Parallelgeschichte von Bewunderung und Rivalität aus einer Zeit, die noch keine Trennung kannte zwischen Religion, Kunst und Wissenschaft. Ob Kepler oder Galilei: Jeder für sich war ein Himmelsstürmer, während auf der Erde der Dreißigjährige Krieg tobte. Der erhaltene Briefwechsel zwischen dem Protestanten Kepler und dem Katholiken Galilei begann in den 1590er-Jahren und wurde 1610 abgebrochen. Basierend auf dieser Korrespondenz zeigt der Film die weltberühmten Gelehrten in all ihrer Menschlichkeit: Waren ihre Handlungen ausschließlich von reiner Vernunft bestimmt, oder waren auch Eigensinn, Eitelkeit, Angst, Zaudern und Gier nach Ruhm und Ansehen mit im Spiel? Wie steht es mit Eifersucht auf den Erfolg des anderen? Denn trotz aller Gemeinsamkeiten waren die beiden in ihrer Persönlichkeit höchst unterschiedlich. Verdeutlicht wird das schon zu Beginn des Kontakts, als Keplers "Mysterium Cosmographicum" erschien: Kepler schickte ein Exemplar an den Kollegen aus Italien - der bis dahin nur als Physiker bekannt war - und war hocherfreut über dessen höfliche Antwort, in der sich Galilei zur heliozentrischen (und damals höchst gefährlichen!) Lehre des Kopernikus bekannte. Kepler bestürmte den neuen Freund voller Vorfreude auf einen zukünftigen regen Gedankenaustausch in der gemeinsamen Sache: "Seid guten Mutes, Galilei, und tretet hervor. Wenn ich recht vermute, gibt es unter den bedeutenden Mathematikern Europas wenige, die sich von uns scheiden wollen. So groß ist die Macht der Wahrheit." Doch zu Keplers großer Enttäuschung war Galileis Mut zum wissenschaftlichen Outing nicht sehr groß - noch nicht. Auch im weiteren Verlauf der Beziehung verhielt sich Galilei nicht immer kollegial. Kepler erfuhr sogar, dass Galilei einige Entdeckungen Keplers als seine eigenen ausgebe. Doch er meinte bloß: "Galilei halte ich mitnichten zurück, meine Sachen für sich in Anspruch zu nehmen. Meine Zeugen sind das helle Tageslicht und die Zeit. Wer auf diese Zeugen hört - die Gebildeten und Vernünftigen hören darauf -, der lässt sich nie täuschen." Hier zeigt sich ein grundlegender Unterschied in den Persönlichkeiten der beiden Wissenschaftler: Während Kepler nach Anerkennung für seine Entdeckungen strebte, war Galilei als genialer Selbstvermarkter darauf bedacht, persönliche Anerkennung und Ruhm zu erlangen, und ließ sich gerne auf die eine oder andere Auseinandersetzung ein. Somit sah Kepler in Galilei einen Gleichgesinnten, mit dem er sich hätte austauschen können, Galilei in Kepler aber einen Rivalen, der seinen eigenen Ruhm schmälern oder der mit seiner Hilfe selbst zu unverdienter Anerkennung hätte kommen können. Ein persönliches Treffen der beiden Wissenschaftler fand nie statt.


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