Wer Gewalt sät

  • Barbesuch mit geladener Waffe: Dustin Hoffman als David Sumner (Copyright SRF/ABC) Vergrößern
    Barbesuch mit geladener Waffe: Dustin Hoffman als David Sumner (Copyright SRF/ABC)
    Fotoquelle: © SF
  • Aus dem Spiel wird bald ernst: Dustin Hoffman als David Sumner, Susan George als Amy Sumner (Copyright SRF/ABC) Vergrößern
    Aus dem Spiel wird bald ernst: Dustin Hoffman als David Sumner, Susan George als Amy Sumner (Copyright SRF/ABC)
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  • Zum Äussersten getrieben: Susan George als Amy Sumner (Copyright SRF/ABC) Vergrößern
    Zum Äussersten getrieben: Susan George als Amy Sumner (Copyright SRF/ABC)
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Spielfilm, Thriller
Wer Gewalt sät

Infos
Originaltitel
Straw Dogs
Produktionsland
USA, GB
Produktionsdatum
1971
Kinostart
Mi., 29. Dezember 1971
DVD-Start
Do., 12. Juli 2007
3sat
Do., 10.10.
22:25 - 00:15


Ein junger amerikanischer Mathematiker und seine Frau werden in der englischen Provinz von einigen jungen Männern terrorisiert und die Frau vergewaltigt. Ein brutaler Konflikt bricht aus. Sam Peckinpahs Film mit Hauptdarsteller Dustin Hoffman lässt den Zuschauer in einen Abgrund blicken, der verunsichert, weil er die Brüchigkeit zivilisatorischer Normen zeigt: Urinstinkte, Ohnmachtsgefühle und Ängste reißen in der Eskalation alles mit sich.

Mathematiker David Sumner und seine Frau Amy ziehen für einige Zeit in das Haus von Amys verstorbenem Vater in einer kleinen englischen Gemeinde. David will dort in Ruhe arbeiten. Amys Erscheinung, die im Gegensatz zu den bieder-unscheinbaren Frauen des Dorfes steht, entfacht die erotischen Fantasien einiger tumb-zudringlicher Dörfler, die im Auftrag der Sumners an einer Garage bauen. Darunter ist auch Charlie Venner, mit dem Amy früher eine Beziehung hatte und der ihr unverblümt dreiste Avancen macht. Davids linkische Art ruft schnell die Verachtung der Dorfbewohner hervor. Immer wieder versuchen diese, den jungen Amerikaner vorzuführen und zu demütigen. Die Feindseligkeit der Dorfbewohner wird besonders deutlich, als das Ehepaar eines Abends den Kleiderschrank öffnet und darin seine erhängte Katze vorfindet. Einige Tage später laden vier Männer den arglos-naiven David zu einer Jagdpartie ein, lassen ihn aber dann allein in der Einöde zurück. Venner nutzt die Situation, um Amy in deren Haus zu vergewaltigen. Sie wehrt ihn ab, doch ob seiner Brutalität lässt ihr Widerstand nach, ja, es kommt zu einer Art Umarmung. Anschließend wird sie auf noch brutalere Weise von einem weiteren Dorfbewohner, der von Venner unterstützt wird, vergewaltigt. David erfährt nichts davon, doch wird sein Verhältnis zu Amy zunehmend distanziert. Da das Benehmen der Männer immer unverschämter wird, entlässt David sie. Bei einem Dorffest, an dem Amy und David teilnehmen, überredet das junge Mädchen Janice den geistig zurückgebliebenen Niles, ihr nach draußen zu folgen; sie versucht, ihn zu verführen. Niles tötet sie bei dem Treffen unabsichtlich. Ein Lynchmob, dem Niles schon immer suspekt war, verfolgt ihn. Als David und Amy mit dem Auto nach Hause fahren, läuft ihnen Niles ins Auto. Sie nehmen ihn mit zu sich. Venner und vier weitere Dorfbewohner bedrängen sie und verlangen die Herausgabe des Mannes. David lehnt ab, weil er ahnt, dass es dessen Tod bedeuten würde. Amy bedrängt David, Niles dem Mob zu übergeben, doch David lehnt das entschieden ab. Als er den äußerst brutalen Ansturm des Mob ebenso brutal abwehrt, vollzieht sich bei ihm eine beängstigende Wandlung.

"Wer Gewalt sät" ist eine sich schleichend entwickelnde Studie der Aggression und steht in einer Reihe herausfordernder Klassiker und Kultfilme wie "Clockwork Orange" oder "Taxi Driver". Der ambivalente Film regt auch Jahrzehnte nach seiner Entstehung zu Diskussionen an und provoziert. Er hat sich im Verlauf der Jahre aber auch als ein Film etabliert, der Bestand hat und zu einem Klassiker unter den "Skandal"-Filmen wurde, weil er weit über den simplen Skandal Relevanz hat. Ansatzpunkte für die Kritik am Film waren das Frauenbild, das im Film zum Ausdruck kommt, die brutale Vergewaltigungsszene sowie die ausufernde, explizite Gewalt am Ende des Films. Es liegt nahe, dass der Blick auf die Frau aus der Perspektive tumber Männer erfolgt, die aber nicht mit der der Filmemacher verwechselt werden darf. Jeder Zuschauer, der behaupten würde, Amy provoziere die Männer, müsste die Perspektive der bornierten männlichen Protagonisten aufrechterhalten, um diese Ansicht zu verteidigen. Amys Trauma, ihre tiefe innere Verletzung werden immer wieder angedeutet. Auch die Gewalteskalation am Ende des Films ist kaum als selbstzweckhaft zu interpretieren. In ihr kulminieren alle Minderwertigkeitskomplexe von David, er "wächst über sich hinaus", erkennt sich selbst nicht mehr wieder. Zum ersten Mal fühlt er sich fähig, sich als "Mann" und durchsetzungsfähig zu fühlen. Dass Gewalt in einer Spirale Gegengewalt provoziert, macht Peckinpah in seiner grotesk übersteigerten Inszenierung deutlich.


Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Wer Gewalt sät" finden Sie hier.


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Darsteller

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