Rund 80 Mal täglich überquert Dieter Feldmann die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg. Am Steuer der Sankta Maria II, einer Elektrofähre, die das rheinland-pfälzische Oberbillig und Wasserbillig in Luxemburg verbindet. Die Kunden von Dieter Feldmann sind Fahrradtouristinnen und -touristen, vor allem aber auch Arbeitspendlerinnen und -pendler, die er Tag für Tag über die Obermosel schippert. Die Grenze nehmen die meisten von ihnen gar nicht mehr wahr. "Wir leben hier im Herzen Europas" sagt Ursula Schu, die zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter den Wasserliescher Hof führt. Die Gaststätte ist in der Region und auch im nahen Luxemburg bekannt für ihre gute und deftige Küche. Heute wird es besonders stressig: Es ist Schnitzeltag - für viele Stammgäste das Highlight der Woche. Der Wetterbericht hat 37 Grad vorausgesagt und dann kommt eine spontane Bestellung aus Luxemburg dazu. Fährkapitän Dieter Feldmann bleibt trotz der Hitze im kleinen Grenzverkehr cool wie immer. Nur seine Sankta Maria kommt heute an ihre Grenzen. Einer seiner Passagiere ist Giuseppe Micarelli aus Wasserliesch. Der gelernte Automechaniker hat sich zum Physio- und Ergotherapeuten umschulen lassen. Mittlerweile hat er nicht nur in Deutschland, sondern auch in Luxemburg eine Praxis. Heute warten an beiden Standorten Patientinnen und Patienten auf ihn. Das heißt zwölf Stunden arbeiten plus zwei Stunden Autofahrt - falls kein Stau dazwischenkommt.