Den Start in seinen Traumberuf hatte sich Förster Erik Speitling ganz anders vorgestellt. Seit zwei Jahren leitet er das Revier Rettersen-Weyerbusch im Westerwald und ist seitdem vor allem mit Krisenmanagement beschäftigt. Denn in dieser Zeit hat es weniger als halb so viel geregnet wie sonst. Und bei den von Dürre und Hitze geschwächten Bäumen hat jetzt der gefräßige Borkenkäfer leichtes Spiel. Große Teile des Baumbestandes in Erik Speitlings Revier sind nicht mehr zu retten und müssen gefällt werden. Ein radikaler Kahlschlag. Dass jetzt innerhalb kurzer Zeit vernichtet wird, was Generationen von Forstleuten vor ihm aufgebaut haben, lässt sein "Herz bluten", wie er sagt. Auch der Arbeitsalltag von Forstwirtschaftsmeister Vladimir Ksimitow hat sich verändert. Gemeinsam mit seinen Azubis versucht er die vielen Kahlschlagflächen im Staatswald um Alternkirchen wieder aufzuforsten. Eine wahre Sisyphos-Arbeit. Wo früher vor allem Monokulturen von wirtschaftlichen, aber auch besonders anfälligen Fichten standen, soll zukünftig ein resistenter Mischwald dem Klimawandel trotzen. Mühsam legen sie jetzt den Grundstein für eine andere Forstwirtschaft und für einen Wald, der allerdings erst in vielen Jahrzehnten wieder gewinnbringend bewirtschaftet werden kann. Ausbilder Vladimir Ksimitow muss aber nicht zuletzt auch die angehenden Forstwirte motivieren, im Wald noch eine Zukunft für sich zu sehen. Für die einen geht es um das Überleben des Waldes, für Marco Plaß und seine Kundschaft um das Überleben im Wald. Plaß hat sein Hobby zum Beruf gemacht und sich ein Grundstück im Westerwald gekauft. In seinen Survivalkursen lernen die Teilnehmenden, wie man reißende Flüsse überwindet, ohne Internet und Handy sicher navigiert, Feuer macht oder eine wetterfeste Notunterkunft in der Wildnis baut.