Der Film zeigt Wetzlar, die Stadt an Lahn und Dill, die einst als Sitz des höchsten Gerichts im "Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation" große Bedeutung hatte. Die Filmautorin Astrid Dermutz streift durch die Altstadt, besucht den eindrucksvollen Dom mit seinen Kunstschätzen und die nahe gelegenen Museen - das Lotte-Haus etwa, das an den großen deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe erinnert, der seinem in Wetzlar durchlebten Liebesschmerz in "Die Leiden des jungen Werthers" dramatisch Ausdruck verliehen hat. Der Besteller des 18. Jahrhunderts machte nicht nur Goethe - damals noch Praktikant am Reichskammergericht -, sondern auch die Reichsstadt weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Wetzlar ist auch "Geburtsort" der legendären Leica, der ersten Kleinbildkamera der Welt. Die Filmautorin stellt einen Mitarbeiter von Leitz vor, besucht mit ihm das Unternehmen und folgt dem Optikparcours, der auf faszinierende Weise Phänomene von Optik und Mechanik veranschaulicht. Eine Führung durch das unterirdische Wetzlar zeigt die Spuren der Bergwerksgeschichte, die mit den Kelten vor 2.500 Jahren begonnen hat. Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren allein im Stadtgebiet hundert Erzbergwerke in Betrieb - Grundstock für die Industrialisierung, die sich in Wetzlar mit dem Namen "Buderus" verbindet. Das 1731 gegründete Unternehmen ist europaweit eines der ältesten noch existierenden Großunternehmen und noch immer größter industrieller Arbeitgeber vor Ort - sogar mit einem eigenen Werksorchester. Von Wetzlar aus macht Astrid Dermutz Ausflüge in die Umgebung, erkundet die Region zwischen Lahn und Dill mit ihren Naturoasen, Burgen und Fachwerkstädten.