Das Wattenmeer ist weltweit einzigartig: Es ist das größte zusammenhängende Sand- und Schlickwattsystem und zählt zum UNESCO-Weltnaturerbe. Über 11.500 Quadratkilometer erstreckt es sich von den Niederlanden bis nach Dänemark. Auf den ersten Blick erscheint das Watt oft grau und matschig. Und doch leben hier mehr Tierarten als im Regenwald, ein komplexes Ökosystem mit enormer Bedeutung für die Vogelwelt. Das Wattenmeer bietet Jahr für Jahr bis zu zwölf Millionen Zugvögeln auf ihrer weiten Reise Nahrung. Das Wattenmeer ist ein spannender Lebensraum im ständigen Wandel und deswegen auch eine große Herausforderung für den Menschen. Ebbe und Flut, Wind und Wellen verändern den Wattboden so stark, dass Fahrrinnen für die Schifffahrt Jahr für Jahr neu festgelegt werden müssen. Kein Computer und keine noch so hoch entwickelte Software können diese Veränderungen messen. Dafür müssen sich erfahrene Männer mit Booten trockenfallen lassen und vor Ort genau festlegen, an welche Wege Kapitäne sich zukünftig zu halten haben, damit sie nicht riskieren, ihr Schiff auf Grund zu setzen. Den Fahrweg markieren die Spezialisten vom Wasser- und Schifffahrtsamt mit Zweigbüscheln an Stangen, den sogenannten Pricken, das älteste Seezeichen der Welt. Das Wattenmeer wird oft unterschätzt: Immer wieder geraten Menschen auf einer Wattwanderung in Gefahr, da sie sich einfach nicht vorstellen können, wie schnell das aufkommende Wasser den Meeresboden wieder in eine gigantische Wasserfläche verwandelt. Der Film aus der Reihe "Wie geht das?" begleitet Wattexperten im faszinierenden Lebensraum wie Wattführer Heino Behring von der Insel Juist, Ornithologe Gundolf Reichert vom Nationalpark Wattenmeer, die Prickensetzer Ubbo Albers und Christian Schoon aus Ostfriesland oder den Wattretter Dieter Sandforth aus Cuxhaven.