Nirgendwo wird mehr Kohl angebaut als im Norden. Und aus den meisten der 80 Millionen Kohlköpfe wird Sauerkraut hergestellt, ein typisch deutsches Gericht. Otterndorf an der Nordsee. Hier wächst der Kohl aus Niedersachsen. Das Seeklima spielt eine wichtige Rolle. Dank der nährreichen Marschböden und des ständigen Windes hinter dem Deich entwickeln sich die Kohlköpfe auf den Feldern von Biobauer Marten Oest prächtig. Die salzhaltige Luft hält Schädlinge auf ganz natürlichem Weg fern, Würmer und Läuse mögen das nicht. Die von Marten Oest geernteten Kohlköpfe landen in einer der ältesten Sauerkrautfabriken im Norden, bei der Firma Paulsen in Otterndorf. Eine "Bohrmaschine" fräst den Strunk aus den Kohlköpfen heraus. Dann geht jeder über den "Turbohobel", eine Reibe, fast wie im Haushalt, nur sehr viel größer. Der "Kohlbrei" wird gesalzen, kommt schließlich in schwimmbadgroße Bottiche und wird unter tonnenschweren "Schwimmwesten" luftdicht verpackt. Ab jetzt gärt das Kraut und wird richtig sauer. Einst war Sauerkraut ein Essen für Seeleute. Der hohe Vitamin-C-Gehalt half gegen Skorbut. Heute steht Sauerkraut bei den Menschen, die Kalorien zählen, ganz oben auf dem Speiseplan. 100 Gramm Sauerkraut haben nur 19 Kilokalorien und null Prozent Fett. Wer abnehmen will, macht die Sauerkraut-Diät. Es wird sogar Sauerkrautsaft in Flaschen verkauft. Und die Antwort auf die Frage nach einem typisch deutschen Esser lautet meist: Bratwurst und Sauerkraut. Für Sternekoch Marc Rennhack aus Cuxhaven aber ist mit Sauerkraut fast alles möglich. Seine neuesten Kreationen sind schwarzes Sauerkraut und Sauerkraut-Eis. Der Film aus der Reihe "Wie geht das?" begleitet den Bauern bei den Herausforderungen von Anbau und Ernte der Kohlköpfe und zeigt, wie in Fabriken Sauerkraut entsteht und welche Vielfalt das norddeutsche Gemüse auch über den Tellerrand hinaus bietet.