Claire Andrieux steht mit ihren 41 Jahren fest im Leben und hat zu allem eine klare Meinung. So auch über ihren Mitarbeiter Gwendal Lequéré, der seit drei Jahren mit ihr in der kleinen bretonischen Stadt Pleubian in dem Maklerbüro arbeitet, das sie leitet. Gwendal wird in zwei Monaten 55, er trägt Wollpullover und Krawatten mit Motiv, verträgt kein Altbier und fährt einen grauen Fiat Multipla. Alles, was Gwendal Lequéré tut oder sagt, geht Claire Andrieux auf die Nerven. Aber so sehr sie Gwendal auf Anhieb unsympathisch fand, so sehr gefiel ihr die etwas ältere Maëlle Prigent gleich beim ersten Treffen. Das war, als sie in Maëlles hübscher Bücherei einen Roman von deren Lieblingsschriftsteller bestellte. Seitdem sind die beiden Freundinnen und teilen nicht nur ihre Leidenschaft fürs Singen im Chor miteinander. So ist es auch Maëlle, die als Erste bemerkt, dass Claire etwas aus dem Gleichgewicht gebracht hat. Doch was oder besser wer hat Claires selbst kreierten Kokon so ins Wanken gebracht? Es war ihre Begegnung mit Bruno, dem Motivaufnahmeleiter einer Horrorserien-Produktion, die Claire engagiert hat, um ein Haus mit Meerblick als Filmkulisse zu finden. Warum es Claire so aus der Fassung bringt, als Bruno sie nach einigen Besichtigungsterminen zum Abendessen einlädt, ist ihr zunächst genauso wenig klar wie aus welchem Grund er ihr dann nicht mehr aus dem Kopf geht. Schließlich wagt es Claire, für ihn die Bahnen ihres gewohnten Lebens zu verlassen. Doch noch hindert sie ein lange verdrängtes Trauma aus ihrer Vergangenheit, sich zu öffnen und Bruno sie wirklich lieben zu lassen …