Das sächsische Felsklettern kann auf eine mehr als 150 Jahre alte Tradition zurückblicken. 1903 gab es schon 500 aktive Bergsteiger. Wilde Gesellen, Bergbrüder und Kletterfreundschaften werden besungen, von Frauen ist jedoch lange keine Rede. Gab es keine Bergsteigerinnen im Elbsandsteingebirge? Filmemacherin Bettina Wobst beginnt zu recherchieren. In der vermeintlichen Männerdomäne muss sie lange suchen, findet dann aber Erstaunliches. Und so ist ihr Film eine Hommage an die Bergträume von Frauen, die sich anfangs mit Hut und Reifrock, aber später selbstbewusst in Hosen ins Felsrevier wagten. Mit Hilfe des Historikers Joachim Schindler gelingt es, vielen vergessenen sächsischen Bergsteigerinnen ein Gesicht zu geben. Zwei dieser Frauen sind die Meißner Abenteurerinnen und Ballonfahrerinnen Margarete und Elisabeth Große, die um die Jahrhundertwende mehrfach den Mount Blanc bestiegen. Auch an Erstbesteigungen im heimischen Fels waren Frauen beteiligt, wie 1904 die Dresdner Kaufmanns-Ehefrau Sidi Ansel am Großen Halben im Brandgebiet. Die Dresdner Jüdin Ilse Frischmann kletterte in den 40er Jahren mit den besten Männern schwerste Kletterwege in der Sächsischen Schweiz, wie den Rengerweg an der Amselspitze. Im Film kommen aber auch viele sächsische Bergsteigerinnen der Gegenwart zu Wort. Was treibt sie heute an, ins Gebirge zu gehen? Wie gehen sie mit dem Risiko um, wenn Kinder kommen? Ist das Sächsische Felsenland noch immer eher eine Männerdomäne oder ist die Unterscheidung von Mann und Frau am Fels inzwischen ein alter Hut?