Wilde Ostsee

Natur+Reisen, Natur und Umwelt
Wilde Ostsee

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
NDR
Do., 07.06.
06:35 - 07:20
Von Finnland bis Schweden


Die Ostsee ist das jüngste Meer der Erde und erst nach der letzten Eiszeit entstanden. Es scheint so vertraut, bietet aber viele Überraschungen. Wind und Wellen formen bis heute die Ufer der Ostsee. Diese Folge führt an den Bottnischen Meerbusen. Doppelt so groß wie Niedersachsen, ist er der unbekannteste Teil der Ostsee. Im Winter ist die Ostsee auf 300 Kilometern Länge gefroren. In dem über einen Meter dicken Eispanzer kommt die Ringelrobbe, neben Kegelrobben und Seehunden die dritte Robbenart in der Ostsee, gut zurecht. Die Ringelrobbe ist bestens auf den arktischen Winter eingestellt und gräbt sich Löcher zum Luftholen ins Eis. Über 10.000 Tiere leben noch zwischen Schweden und Finnland. Das Wasser im Bottnischen Meerbusen hat nur noch einen Salzgehalt von einem Prozent, deshalb friert er schneller zu als andere Teile der Ostsee. Viele Süßwasserflüsse münden hier ins Meer. Der Tornio ist der längste naturbelassene Fluß Europas. Er bildet die Grenze zwischen Schweden und Finnland. Auch bei strengem Frost frieren die Stromschnellen am Kukkolaforsen in Schweden nicht zu, Fischotter gehen hier auf die Jagd. Wenn es im Winter dunkel wird, zaubern Sonnenwinde farbenprächtige Lichtspiele an den Ostseehimmel. Die Polarlichter sind im Norden der Ostsee schon ab Mitte Oktober zu sehen. Die Küste Lapplands ist auch die Heimat der Rentiere. Die Sami, Rentierzüchter, bringen ihre Herden den Winter über an die Ostsee. Hier liegt der Schnee nicht so hoch wie im Landesinneren, die Tiere kommen besser an Nahrung wie Flechten und Moose heran. Wenn Lapplands Küste noch vereist ist, findet im 300 Kilometer weiter südlich gelegenen Kvarken Archipel ein ganz besonderes Schauspiel statt. Millionen Fische zieht es an die Küste. Strandwälle versperren ihnen den Weg in die Küstenseen. Denn nur dort, wo wirklich Süßwasser ist, können sie laichen. Beeindruckende Bilder entstehen, als sich riesige Hechte durch knöcheltiefes Wasser empor kämpfen, um dann vor laufender Kamera ihre Eier abzulegen. Mit den Fischen kommen auch die Kraniche an Finnlands Küste. Sie vollführen ihre Luftsprünge, die Paare finden sich. Ungewöhnliche Einblicke von jungen Kranichen gelingen dem Tierfilmer Christoph Hauschild und seinem Team, als sie sich bis auf wenige Meter den Vögeln nähern. So konnten sie Szenen von den frisch geschlüpften Kranichjungen mit ihren Eltern filmen. Das Kvarken Archipel bei Vaasa ist auch die Heimat des Gleithörnchens, einem der seltensten Tiere Europas. Im Frühling gehen die Männchen auf Brautschau. Dann werden die nachtaktiven Tiere am Tage aktiv. Gegenüber auf schwedischer Seite liegt die Höga Kusten, die Hohe Küste der Ostsee. Hier ragt roter Granit über 300 Meter aus der Ostsee empor. Nach dem Abschmelzen der Gletscher hebt sich die Landschaft immer noch jedes Jahr um einen Zentimeter. Beeindruckende Felsformationen mit Buchten und Inseln, Mooren und Wäldern waren die Kulisse für den Film "Ronja Räubertochter". Braunbären streifen durch den Nationalpark Skuleskogen auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen. Aus den Gletschern, die entlang der schwedisch-finnischen Grenze liegen, entspringen unzählige Bäche. Ihr Wasser vereinigt sich zu Wildwasserflüssen. Zur Sommersonnenwende ziehen Lachse die großen Ströme Finnlands empor. Überall werden die Lachse von Fischern erwartet. Dank strenger Regeln ziehen heute wieder über 100.000 Lachse alljährlich zu den Laichplätzen. Der Tornio ist damit der bedeutendste Lachsfluss der Ostsee, dem jüngsten Meer der Welt mit Salzwasser im Westen und Süßwasser im Norden.


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