Im Animationsfilm gibt es stilistisch und erzählerisch keine Grenzen. Es muss auch nicht immer alles «animiert» sein. «Wildebeest - Savannenfieber» bedient sich einem zur Zeit angesagten Stilmittel: Die Figuren werden auf Realfilm gezeichnet. Das Setting: Die Eheleute Linda und Troyer befinden sich auf einer Safari-Reise in Afrika. Linda will unbedingt ihre Seelentiere die Elefanten sehen. Als sie aus dem Safari-Jeep fallen, müssen sie sich in der freien Wildbahn selbst zurechtfinden. Zum Glück ist Troyer bekennender Überlebenskünstler. Die realen Bilder der wilden Tiere sind so gut auf die beiden gezeichneten Figuren abgestimmt, dass man das Gefühl bekommt, Gnus und Jaguare reagieren auf die beiden Trickfilmfiguren. Was der Kurzfilm der beiden Belgier Nicolas Keppens und Matthias Phlips auch einzigartig macht: Die Figuren entbehren nicht einer gewissen Komik, sind aber zugleich sehr menschlich und warmherzig. «Wildebeest - Savannenfieber» absolvierte 2018 eine beachtliche Festivaltournee und gewinnt fleissig Preise: Hauptpreis am Fantoche 2018, Grand Prix am Encounters in Bristol und er ist nominiert für den Europäischen Filmpreis 2018.