Die Dokumentation führt in die dunkle Welt der Kokainhändler und der Agenten, die sie bekämpfen. Eine Begegnung auch mit Auftragskillern und ehemaligen Gefolgsleuten Pablo Escobars. Selten hat eine Dokumentation in derart persönlichen Perspektiven die Anfänge des Kokainhandels beleuchtet. Der australische Buchautor Rusty Young trifft in Südamerika Protagonisten auf beiden Seiten des Gesetzes, die sehr freimütig ihre Geschichten erzählen. Etwa den gealterten George Jung, dessen kriminelle Karriere schon in dem Hollywood-Film "Blow" mit Johnny Depp verfilmt wurde. In den 70er und 80er Jahren galt er als Pionier und größter Kokainschmuggler der USA. Vom exzessiven Playboy-Leben, Knast und Drogenkonsum gezeichnet, gibt der 75-Jährige heute zu: "Das Geld war nur Mittel zum Zweck. Ich habe das Spiel geliebt, den Nervenkitzel. Ich war süchtig nach der Angst." Ähnlich beschreibt es Carlos Toro, einst hochrangiges Mitglied des berüchtigten kolumbianischen Medellin-Kartells. Er reiste in Privatjets durch die Welt, um die Handelsrouten zu sichern, schmierte mit Drogen-Millionen Zöllner, Polizei, Behörden und Politiker - bis er sich nach einem Streit mit einem der Bosse auf die Gegenseite schlug: 27 Jahre lang arbeitete Toro verdeckt für die DEA, die Anti-Drogen-Behörde des amerikanischen Justizministeriums. In dieser Zeit lieferte er Dutzende seiner ehemaligen Kollegen ans Messer. Rusty Youngs Begegnungen mit einem Auftragskiller, Fahndern und der schillernden Mätresse eines Kartellchefs geben ungewöhnliche Einblicke in die Kindertage eines kriminellen Wirtschaftszweiges, der bis heute weltweit Milliardengewinne macht. Und 90 Prozent des weißen Pulvers stammen noch immer aus Kolumbien. Autor Young kommt mit der Szene in Kontakt, als er nach seinem Studium zu einer Reise durch Südamerika aufbricht. Den ersten Impuls für seine Recherchen erhält er in Bolivien, wo ihm das vermutlich ungewöhnlichste Gefängnis der Welt begegnet: Im San Pedro Prison von La Paz müssen die Häftlinge damals Eintritt zahlen und ihre Zellen selbst kaufen. Es gibt kein Wachpersonal, dafür leben die Insassen dort mit ihren Frauen, Kindern und Haustieren zusammen. Um sich ihre Existenz in der Straf-Kommune zu finanzieren, übernehmen sie Jobs, betreiben kleine Läden - oder verkaufen Kokain, das hinter den 15 Meter hohen Mauern von San Pedro hergestellt wird.