Eine Million Flüchtlinge könnten 2015 nach Deutschland kommen. Eine Nation im Ausnahmezustand, mit einer tief gespaltenen Bevölkerung. Doch die Krise zeichnete sich bereits zwei Jahre vorher ab. Und genau da beginnt der Dokumentarfilm "Willkommen auf Deutsch". Herbst 2013: Fernsehaufnahmen ertrunkener Flüchtlinge vor Lampedusa, aber auch Proteste wütender Anwohner in Berlin-Hellersdorf. Plötzlich ist das Thema in den Nachrichten. Es bewegt die Bürger, aber es macht ihnen auch Angst. Der 90-minütige Dokumentarfilm "Willkommen auf Deutsch" setzt bei diesen Menschen an, bei ihren Sorgen und Nöten, ihrer versteckten und offenen Fremdenfeindlichkeit. Nicht in Hellersdorf oder Heidenau, sondern in der bürgerlichen Mitte Westdeutschlands: im Landkreis Harburg, der sich zwischen der Lüneburger Heide und Hamburg erstreckt. Ein Stück Deutschland, in dem die Welt noch in Ordnung scheint. Doch jetzt leben traumatisierte Flüchtlinge neben Dorfbewohnern, die sich angesichts der neuen Nachbarn um ihre Töchter und den Verkaufswert ihrer Eigenheime sorgen. Junge Männer, die Krieg oder Perspektivlosigkeit entfliehen wollten, sollen in einem 400-Seelen-Nest untergebracht werden, das weder Bäcker noch Supermarkt hat. Wie passt das alles zusammen? "Willkommen auf Deutsch" beobachtet diesen schwierigen Prozess am Beispiel zweier Gemeinden, die stellvertretend für 81 Millionen Deutsche stehen. Ein knappes Jahr lang begleitet der Film Flüchtlinge, Anwohner und den Bereichsleiter der überlasteten Verwaltung und beschreibt ihre kleinen und großen Konflikte. Ein emotionaler, teils amüsanter, teils hochpolitischer Film, der auch diejenigen offen zu Wort kommen lässt, die man sonst nur an den Stammtischen vermutet.