Wir sind die Schweiz

  • Zimmermädchen Yangdol Depön mit Mann Londen und Sohn Tenzin Vergrößern
    Zimmermädchen Yangdol Depön mit Mann Londen und Sohn Tenzin
    Fotoquelle: SRF
  • VOLG-Verkäuferin Judith Schnider mit den zwei Söhnen in der Musikprobe Vergrößern
    VOLG-Verkäuferin Judith Schnider mit den zwei Söhnen in der Musikprobe
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  • Sebastiano Gaffuri und seine Frau Claudia Crimi an ihrem Hochzeitstag Vergrößern
    Sebastiano Gaffuri und seine Frau Claudia Crimi an ihrem Hochzeitstag
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  • Sebastiano Gaffuri bei seiner Arbeit als Förster Vergrößern
    Sebastiano Gaffuri bei seiner Arbeit als Förster
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    Gemeindepräsident Sebastiano Gaffuri in Bellinzona
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  • Zugchef Yann Guiliani beim Singen mit seiner Band in Genf Vergrößern
    Zugchef Yann Guiliani beim Singen mit seiner Band in Genf
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    Sebastiano Gaffuri mit seiner Frau Claudia Crimi im Restaurant
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Report, Dokumentation
Wir sind die Schweiz

Infos
Produktionsland
Schweiz
Produktionsdatum
2018
SF1
Fr., 20.07.
05:15 - 06:00
Folge 1


Judith Schnider leitet den Volg in Laax Die 52-jährige Bündnerin ist Mutter von vier erwachsenen Kindern, nur die jüngste Tochter wohnt noch zu Hause. Judith hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie ist mit 23 schon Mutter geworden und hat mit ihrem damaligen Mann verschiedene Restaurants geführt. Als sie das Angebot bekam, das kleine Volg-Lädeli in Zignau zu übernehmen, ergriff sie die Gelegenheit. Nachdem sie sich von ihrem Mann getrennt hatte, bildete sie sich mit zweiundvierzig noch zur Verkäuferin aus und zog die Kinder alleine gross. Als der kleine Volg in Zignau schloss, arbeitete sie zuerst im Nachbardorf Trun und seit einem Jahr führt sie nun den Volg in Laax. Judith ist mit der Region und den Leuten, die dort leben, sehr verbunden und in der Gemeinde Trun als Präsidentin des Samaritervereins und Mitarbeiterin im Frauen- und Mütternverein sehr engagiert. Zudem spielt sie gleich in zwei Dorforchestern und singt im Kirchenchor mit. Yann Giuliani begleitet Zugspassagiere durch die Schweiz Der 43-jährige Genfer lebt im Französischen Bellegarde und arbeitet seit acht Jahren für die SBB. Er liebt seinen Beruf. Als kommunikativer Mensch geniesst er den Kontakt mit den Passagieren und die Reisen durch die ganze Schweiz - und ist immer wieder für ein Spässchen zu haben. Wer ihn nicht kennt, ahnt kaum, dass er auch die Schattenseiten des Lebens kennt. Yanns Mutter war krank, er hatte als Jugendlicher eine schwierige Zeit, ist überall angeeckt, was ihn auch demütig gemacht hat. Seine Gefühle begann er schon früh in Songtexten niederzuschreiben. Seit 20 Jahren singt er in Bands und mit seiner aktuellen Band Giul gibt er ab und zu Konzerte. Privat läuft nicht alles nach Plan. Vor zwei Jahren hat er sich von seiner Freundin getrennt, wegen seinem 9-jährigen Sohn ist er jedoch in Frankreich wohnen geblieben. Yangdol Depön putzt Hotelzimmer in Luzern Die 26-jährige Tibeterin hat eine bewegte Zeit hinter sich. Mit 16 wurde sie nach der Teilnahme an einer Demonstration von der chinesischen Polizei verfolgt, deshalb haben sie ihre Eltern zur Flucht gedrängt. Widerwillig ist die Jugendliche 2009 über Buthan und Nepal als Flüchtling in die Schweiz gekommen. Bis ihr Flüchtlingsstatus anerkannt wurde, dauerte es sechs Jahre. In dieser Zeit hat sie in verschiedenen Asylunterkünften in der Ostschweiz gelebt. Zum Glück lernte sie an einem tibetischen Fest schon bald ihren Mann Londen kennen. Seit vier Jahren sind die beiden verheiratet, vor zwei Jahren ist ihr Sohn Tenzin auf die Welt gekommen. Yangdol ist ehrgeizig und hat per YouTube Englisch und Deutsch gelernt. Das zahlt sich nun aus. Eine Stiftung für junge Mütter hat ihr zu einem Praktikum als Zimmermädchen im Hotel Schweizerhof in Luzern verholfen. Und weil sie gut gearbeitet hat, hat man ihr im Hotel nun die Ausbildung zur Hotelfachfrau angeboten. Sebastiano Gaffuri ist der jüngste Bürgermeister im Tessin Der 28-jährige Tessiner ist im Schnellzugstempo unterwegs. Er stammt aus einer Kleingewerblerfamilie und hat Förster gelernt. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in der Deutschschweiz, hat er mit einem Kollegen zusammen den privaten Forst- und Landschaftsschutzbetrieb AFOR übernommen. Heute ist er bereits der grösste Arbeitgeber im Valle di Muggio, im südlichsten Teil der Schweiz. Sebastianos Vater war bereits in der FDP, das Interesse für Politik wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Er ist ein grosser Fan des schweizerischen Polit- und Milizsystems und findet, die Tessiner sollten aus den Möglichkeiten, die es in der Schweiz gibt, mehr machen. Bereits als 25-Jähriger wurde er für die FDP ins Kantonsparlament gewählt, ein Jahr später wurde er Bürgermeister von Breggia, einem Gemeindezusammenschluss von sechs Gemeinden im Tal. Diesen Frühling hat er seine Freundin Claudia geheiratet. Zusammen haben sie Ende letzten Jahres ein Haus mit Restaurantbetrieb gekauft und wollen daraus eine sympathische Dorfbeiz und damit einen Treffpunkt für alle in der Gegend machen.


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