Wo der Stahl gehärtet wurde - Maschinenbaustadt Magdeburg

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Natur + Reisen, Land + Leute
Wo der Stahl gehärtet wurde - Maschinenbaustadt Magdeburg

Infos
Originaltitel
Der Osten - Entdecke wo du lebst
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2019
MDR
Di., 14.01.
21:00 - 21:45


"Die Stadtgeschichte Magdeburgs ist durch den Maschinenbau geprägt. Da sind Generationen durch die Betriebe gegangen, die haben sich damit identifiziert", weiß Gerhard Unger, Ingenieur und ehemaliger Mitarbeiter vom Schwermaschinenbaukombinat Ernst Thälmann, kurz SKET. Heute ist der Großteil des Geländes eine riesige Industriebrache, umfasst eine Fläche von 56 Fußballfeldern. Wo bis zum Ende der DDR 13.000 Werktätige für rege Betriebsamkeit sorgten, montieren heute wieder 400 Beschäftigte Maschinenbauteile. Das Gelände steht für Absturz, Katastrophen und Neubeginn der Menschen in Magdeburg, für Mut und Erfinderkraft. Die Geschichte des Maschinenbaus im Magdeburger Stadtteil Buckau beginnt im Jahr 1855. Hermann Gruson gründet eine Maschinenfabrik. Der Nachkomme französischer Flüchtlinge entwickelt ein Gusseisen, das an Stabilität und Festigkeit alle bis dahin bekannten Produkte übertrifft. Magdeburg wird zur "Wiege des Maschinenbaus". Und noch ein Erbe hat Gruson seiner Heimatstadt hinterlassen - die weltweit größte Kakteensammlung. In den Tropenhallen der Gruson-Gewächshäuser kümmert sich Roswitha Gerber seit vielen Jahren um das einmalige grüne Vermächtnis. "Das Gewächshaus ist meine zweite Heimat! Hier rückt die Welt zusammen." Der Maschinenbau war es aber auch, der die Gruson-Werke zum Weltmarktführer für Panzertürme und Geschütze machte. Und damit Magdeburg auf die Liste der deutschen Städte brachte, die die Alliierten im Zweiten Weltkrieg unbedingt zerstören wollten. Am 16. Januar 1945 verloren innerhalb von 30 Minuten Tausende ihr Leben, 90 Prozent der Innenstadt fielen in Schutt und Asche, auch das Gruson-Werk. "So etwas vergisst man nicht.", sagt Roswitha Gerber, die als Kind dabei war. "Als ich mit meinem Vater die Kellertreppe hochgekrochen bin und er die Tür geöffnet hat, da war der Himmel über Magdeburg blutrot." Es war eines der verheerendsten Bombardements auf eine deutsche Großstadt. Nach dem Krieg beginnt zügig der Wiederaufbau. Statt Rüstungstechnik werden nun aber Kräne und Walzwerkanlagen produziert und in alle Welt geliefert. An die bis heute anhaltende Geschichte der Maschinenbaustadt Magdeburg erinnert das Technikmuseum auf dem ehemaligen SKET-Gelände. Es ist auch ein lebendiger Ort des Austausches zwischen den Generationen. Industriebrachen, wie die vom SKET im Magdeburger Ortsteil Buckau, gibt es überall in Mitteldeutschland. Sie sind die Narben unserer Geschichte. Der Film begibt sich mit Zeitzeugen und historischen Filmaufnahmen auf Entdeckungsreise.

Thema:

Heute: Wo der Stahl gehärtet wurde - Maschinenbaustadt Magdeburg



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